Zu schön, um wahr zu sein . . . Aus der Sehnsucht nach ewiger Jugend schlugen Kosmetikerzeuger damals wie heute Profit. In dieser Reklame, erschienen am 2. Februar 1878 in der "Wiener Zeitung", wird ein Mittelchen als Jungbrunnen gelobt. Die zauberhaft verjüngt dem Bad entsteigende Dame auf dem Bild gemahnt an Kunigunde aus Kleists "Käthchen von Heilbronn" (1810 uraufgeführt). Über die Tricks der jung wirkenden Greisin heißt es im Drama: "Ihre Zähne gehören einem Mädchen aus München, ihre Haare sind aus Frankreich (...), ihrer Wangen Gesundheit kommt aus den Bergwerken in Ungarn, und den Wuchs (...) hat sie einem Hemde zu danken, das ihr der Schmied (...) verfertigt hat."