Dem Frotteur, frz. Zimmerputzer, war sogar ein Lied gewidmet.  - © Bild: Notendruck 1872
Dem Frotteur, frz. Zimmerputzer, war sogar ein Lied gewidmet.  - © Bild: Notendruck 1872

Dass 100 Jahre keine lange Zeit sind, merkt man an den zahlreichen persönlichen Erinnerungen, die zur Seite I der Nro. 404 in der Zeitreisenklause eingelangt sind. Thema war ein um 1920 existierender Konsumverein für Zimmerputzer, die u.a. Bürsten an ihren Schuhen trugen.

Traude Schamschule (willkommen in der Gemeine!) schreibt, dass es bei ihren Großeltern eine solche Bürste gab, die "bis 1960 jeden Freitag zum Bodenglänzen benutzt" wurde.

Prof. Ferry Kovarik, Wien 16, hat es der im Vormonat abgebildete "Zimmerputzer . . . besonders angetan!" Der Tüftler durfte als Kind mit seiner Mutter "fallweise . . . in einen "gehobenen Ottakringer Haushalt" mitgehen, wo es . . . Parkettböden (anstelle der üblichen Schiffbrettböden) gab. Und so bin ich einst auch auf solchen Bürsten gestanden!"

Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, dankt für "interessante Einblicke in die Rolle der "WZ" als Verlautbarungsorgan um 1920". NB. Auch der Autorin, Zeitreisenmitarbeiterin Barbara Ottawa, war die Genossenschaft für Zimmerputzer zuvor nicht bekannt! Zu ergänzen ist, dass 1922 ein Fehlerteufel zuschlug, als die "WZ" den Sitz des Vereins mit "Wien, 16. Bez., Lerchenfelder Straße 51" angab. Richtig ist: Wien 7. Jedoch führte Genossenschaftsvorstand Karl Glaser eine Reinigungsanstalt in Wien 16, Sandleiteng. 36.

Das von Tüftler Prof. Kovarik gelobte Bild war eine Karikatur, die Reichskanzler Friedrich Ferdinand Graf v. Beust (1809-1886) auf glattem Parkett zeigte. Sie erschien 1870 in der satirischen Wochenschrift "Kikeriki". Damals versuchte der Staatsmann, der auch den Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn 1867 abgeschlossen hatte, Italien und Frankreich als Bündnispartner zu gewinnen.

Depeschen

Kaum ein Thema beschäftigt die Gemeine so wie die Zeitreisenstatistik von Herbert Ambrozy, Wien 7 (vgl. Nro. 400). Angesichts der Zahlen konstatierte Rudolf Freiler, Kirchschlag/ NÖ, "ein extremes Ost-Westgefälle" bei den Zeitreisenden. Dazu hat der Spurensucher auch eine Vermutung: "Könnte das vielleicht am Namen Ihrer Zeitung liegen?" Um die geneigte Leserschaft im Westen des Landes zu vermehren, würde der Tüftler schmunzelnd vorschlagen, einen anderen Titel zu wählen und das Wort "Wiener" z.B. durch "Bregenzerwälder" zu ersetzen.

Kompliment für Anmerkungen zu Beziehungen zwischen Habsburg und Seeräubern, u.a. an Gesandten i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, der diplomatische Expertise lieferte; demnächst mehr dazu! Auch Ergänzungen zu Dr. Karl Strauß sind reserviert! - Philatelistisches vom Feinsten schickte Dr. Gerhard Jungmayer, Wien 22, zur RMS Titanic; danke!