Nur nicht arbeitslos werden! Ein Wiener im 18. Jahrhundert. - © Bild: Archiv/gemeinfrei
Nur nicht arbeitslos werden! Ein Wiener im 18. Jahrhundert. - © Bild: Archiv/gemeinfrei

Ein stellenloser Fleischhacker, der als Hausmeister unterkommen will, ein Lustgärtner, der einen neuen Posten sucht, etliche Kutscher ohne Dienst - wohin sich Arbeitslose anno 1725 in Wien wenden konnten, war auf S. I der April-Zeitreisen nachzulesen: Das im Lauf seiner Geschichte unter verschiedenen Titeln firmierende Fragamt, damals in der Schultergasse (nun 1. Bez.) ansässig, vermittelte u.a. Dienstposten. Veröffentlicht wurden die Gesuche in einer Beilage unseres Blattes, das damals "Wienerisches Diarium" hieß.

Spurensucher DI Dr. Luzian Paula, Wien 3, interessierte, ob die inserierenden "Partheyen" eine Gebühr berappen mussten. Das Zeitreisenteam leitete die Frage an den Historiker Dr. Anton Tantner weiter, der die mit dem "Diarium" eng verbundene Institution erforscht hat.

Ein Hinweis findet sich in unserem Blatt - allerdings stiftet der wiederum Verwirrung. Dr. Tantner verweist auf die am 19. Mai 1725 beigelegte "Information- und Legitimations-Ordnung deren Condition-suchenden Partheyen". Dort ist zu lesen, dass "Bemittelte", also Begüterte, bei Anmeldung eine "Amts-Gebühr von hundert Gulden dreissig Kreutzer" zahlen mussten, wobei "nach Proportion des Ertragnuß des verlangenden Dienstes abgerechnet wird". Dieser horrende Preis sorgt auch bei Dr. Tantner für Skepsis, zumal 1707 von einer Einschreibgebühr von 17 Kreuzern die Rede war. In der zitierten Ordnung aus 1725 steht weiters, dass man "mehr aus Christlicher Liebe / als des geringen Interesse halber dem Nechsten zu dienen bemühet" sei.

Dem Zeitreisenteam scheint es naheliegender zu sein, dass Arbeitssuchende nur die kleinere Gebühr zahlen mussten.