Für Stirnrunzeln sorgte ein Wesen, das auf S. VII der April-Zeitreisen auftauchte. In einem aus dem "WZ"-Archiv wiedergegebenen Grippe-Artikel aus 1918 stand: Wer "in kürzester Frist mit dem gefährlichen Kommatier fertig wird, ist die Sonne." Fragte sich nur: Was ist das "Kommatier"?

Cholera-Erreger unter dem Mikroskop.  - © Bild (gemeinfrei): NYPL
Cholera-Erreger unter dem Mikroskop.  - © Bild (gemeinfrei): NYPL

Kleiner Tipp aus einem Satireblatt von anno 1892: Es sei "ein reißendes Thier, das nur heerdenweise vorkommt", sich "rascher vermehrt als die Kaninchen" und "meist im Wasser" haust. Und: "Wie man ihm zu Leib doch geht, / Weiß keine Capacität, / Aus dem Komma da, o Graus! / Wird ein Fragezeichen d’raus."

Zur Lösung des Rätsels blickt Herbert Ambrozy, Wien 7, ins Jahr 1883: Damals beschrieb Robert Koch (1843-1910) den "Cholera-Erreger als "Komma-Bazillus"". Darauf spielt der im Zusammenhang mit der Grippe erwähnte Begriff "Kommatier" wohl an.

1883 war Koch, so Gerhard Toifl, Wien 17, nach Ägypten, dann weiter nach Indien gereist, um die Cholera zu erforschen. Wie Dr. Alfred Komaz, Wien 19, ergänzt, konnte er den Erreger "im Darm von an Cholera Verstorbenen", später außerhalb des Körpers, nachweisen. Herbert Beer, Wolfpassing: "Es war ein auffälliges Bakterium", etwa "halb so groß wie der Tuberkulose-Erreger." Wegen der gekrümmten "Form, die einem Komma glich", nannte er sie "Kommabakterien".

Gefiltertes Wasser hilft, die Cholera einzudämmen - so lautet eine Erkenntnis Kochs, auf die Dr. Manfred Kremser, Wien 18, eingeht. Als das Übel 1892 Hamburg heimsuchte, gab es mehr als 8000 Tote in der "einzigen Großstadt in Deutschland ohne Filteranlage". Erst danach wurden Kochs Empfehlungen auch hier umgesetzt.

Depeschen

Das Zeitreisenteam, das nach wie vor daheim arbeitet, wünscht der Gemeine weiterhin alles Gute und Gesundheit! Dr. Hans Werner Sokop, Wien 17, nimmt’s mit Humor und lässt zur Aufmunterung Corona-Schüttelreime aus dem Ärmel purzeln, z.B. jenen, der "De spinnerte Seidnraupm" betitelt ist: "I drah seit der Corona-Kunde / sehr oft in mein’ Kokon a Runde." Oder: "Ois Klaakind woa mei Sohn a Ritter, / jetzt spüt er an Corona-Sitter."

An Dr. Brigitte Pixner, Wien 13: Brief machte Freude; Buch wartet in der Redaktion auf die Rückkehr des Zeitreisenteams. - An Manfred Korinek, Wien 14 (danke für Nachtrag!): Bitte noch etwas Geduld! - Aperçus von Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, zu Tulpen und Altären ließen das Herz höher schlagen! - Notizen zu F. Verbeecks "Narrenhandel", u.a. von Dr. Bernhard Göritzer, sind reserviert!

N.B. Im April wurde in der Karten-Rubrik irrtümlich der 18. April (statt 18. Mai) als Einsendeschluss genannt. Pardon und besten Dank für alle Hinweise! Um Interessierten noch etwas Zeit zu geben, verlängern wir die Frist auf 25. Mai!