- © WZ-Faksimile: M. Szalapek
© WZ-Faksimile: M. Szalapek

Welcher Tag ist heute? Bei Gegenwartsmenschen, die seit Wochen ihre Berufstätigkeit zu Hause ausüben, mag diese Frage zuweilen aufkommen. Im Geschäftsleben von anno dazumal genügte ein Blick auf ein ebenso "elegantes" wie "nützliches Meubel", so die hier wiedergegebene Werbeeinschaltung, die am 5. Mai 1840 in der "Wiener Zeitung"-Beilage "Intelligenzblatt" erschien: Der "Datums-Anzeiger" (für "immerwährende Zeiten"!) war eine lackierte, mit Doppeladler verzierte Blechkassette samt Kärtchen für Monate und Tage.

Erstehen konnte man das Hilfsmittel für "Comptoirs", "Bureaux" und "Geschäftsstuben" beim Wiener Galanteriewarenhändler Carl Girardet (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen schweizerisch-französischen Maler, 1813-1871). Das Gewölbe befand sich im Bürgerspitals-Zinshaus, das sich über ein großes Areal zwischen dem heutigen Albertinaplatz und dem Neuen Markt erstreckte. Und weil bei diesem riesigen Gebäudekomplex (mit angeblich 3000 Türen und 4000 Fenstern) die Konskriptionsnummer als Ortsangabe nicht reichte, teilte man der Kundschaft die genaue Lage mit: gegenüber dem damaligen Hof-Opern- bzw. Kärntnertor-Theater, nun etwa im Bereich Maysedergasse.