Die Wurzeln der Gendarmerie, Thema in der April-Ausgabe des Geschichtsfeuilletons, faszinierten die Gemeine und das Zeitreisenteam gleichermaßen. Dr. Gottfried Pixner, Wien 13, dazu: "Die Gen(s)darmerie - auch schon ein Stück österreichischer Geschichte, bewegt und mäandernd wie die des Landes."

Zu dem mit der Gründung der Einheit beauftragten Offizier Johann Franz Freiherr Kempen von Fichtenstamm merkt der Tüftler an: "Ein solches Adelsprädikat könnte der Fantasie des genialisch verkauzten Herzmanovsky (Schriftsteller Fritz v. Herzmanovsky-Orlando, 1877-1954, Anm.) entsprungen sein!"

K.k. Landes-Gendarm um 1855.  - © Bild (gemeinfrei): NYPL
K.k. Landes-Gendarm um 1855.  - © Bild (gemeinfrei): NYPL

Unter den ersten Rekruten für den ursprünglich militärisch organisierten Wachkörper befand sich ein Vorfahre von Min.Rat i.R. Dr. Günter Frühwirth, Wien 13 (willkommen im Kreis der Zeitreisden!): "Mein Ururgroßvater war einer jener jungen Heeresoffiziere, die dem "Ruf nach den Besten" Kaiser Franz Josephs folgten. Er diente ein Jahr lang als Gendarmerie-Lieutenant . . . Wie so manche aus dem Heere zur Gendarmerie übergewechselten Offiziere dürfte aber auch er seine Erwartungen nicht erfüllt gesehen haben und kehrte . . . rasch wieder in den Schoß der Armee zurück."

Der Geschichtsfreund sah eine Taufmatrikel aus 1850 ein, die "Gendarmerie Lieutenant Joseph Aistleitner" als Vater eines Täuflings ausweist. Aistleitner war damals dem "1. Regiment, 7. Flügel, 3. Zug, d.Z. (= dieser Zeit, also derzeit, Anm.) stationiert in Saalfelden", zugehörig.

Ein paar erklärende Zeilen gebühren noch den Uniformierten, die als Bild die S. III der Nro. 406 zierten: Einige Rekruten wurden im Fall einer Mobilisierung als "Feld-Gendarmen" den Truppen zur Seite gestellt. Das Werk "Die Organisation des k. und k. Heeres", zusammengestellt von W. Groschumer (Wien 1871), spezifiziert die Aufgaben dieser Einheiten: "1. Den General-Stabs-Organen bei ihren . . . Geschäften, sowie bei Rekognoszierungen als Gehilfen zu dienen; 2. Feld-Polizei-Dienste zu verrichten; 3. verschiedene Assistenzen zu leisten; 4. Kourier-, wichtige Eskorte- und Ordonnanz-, endlich auch besondere Sicherheitsdienste zu versehen." Weiters wird festgehalten: "Als Wachposten sind die Feld-Gendarmen gar nicht . . . zu verwenden." In späteren Beschreibungen der Aufgaben der Feld-Gendarmerie ist auch der Schutz der Bevölkerung vor Übergriffen durch Truppen festgehalten. Die Feld-Gendarmen wurden u.a. aus den Rängen der Landes-Gendarmerie (siehe Bild) rekrutiert.

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Mit dem Hinweis auf ein anderes Erinnerungsstück meldete sich Zeitreisender Manfred Schweizer zur Nro. 405 zu Wort: An der Außenmauer der Wiener Minoritenkirche, in der Margarete "Maultasch" v. Tirol (1318-1369) beigesetzt wurde, ist der Rest einer Steinplatte angebracht. Dieses mit dem Tiroler Adler geschmückte Fragment wird "Margaretes Grab zugeordnet".

Eingesammelt und eingewogen von Barbara Ottawa