Ein Wimmelbild des 16. Jh.s lud in der Rubrik SPUREN GELESEN der April-Zeitreisen zum Rätseln ein. Das Gemälde "Der Narrenhandel" von Frans Verbeeck zeigt u.a. Personen, die mit kleinen, teils als Narren zu erkennenden Männchen handeln. Dabei werden diverse menschliche Torheiten durch den Kakao gezogen.

Wie in Nro. 406 berichtet, fiel Spurensucherin Dr. Barbara Zechmeister, Traun, ein Detail auf: Eine Figur drückt sich scheinbar ein Mobiltelefon ans Ohr (s. Ausschnitt). Auf die Frage, was der Herr tatsächlich in der Hand halten könnte, verweist Dr. Bernhard Göritzer auf die ausgestreckte Zunge, die "an dem Ding zu schlecken" scheint. Dr. Göritzer denkt "an etwas Süßes und da es . . . dunkel, fast schwarz erscheint, wäre doch Lakritze naheliegend".

Eine andere Assoziation hat ein stiller Zeitreisender aus Mödling, dem Alraunmännchen in den Sinn kommen. Dieser Wurzel schrieb man heilende, auch übersinnliche Kräfte zu und verkleidete das oft menschenähnlich aussehende Gewächs wie eine Puppe.

Von "rebusartigen Details" im Bild sprach Kunsthistoriker Alexander Wied in einem Aufsatz, erschienen 2014 anlässlich einer Auktion in einer "Dorotheum"-Publikation. Als Tipp für die Dechiffrierung verwies Wied damals auf satirische Reimtexte der Rhetorikergilden, den "Rederijkers", die sich, vergleichbar mit Faschingsrednern, über Torheiten lustig machten.

Übrigens: Dr. Zechmeisters in Nro. 406 veröffentlichter Aufruf ist nach wie vor aktuell: Wer kennt historische Darstellungen, auf denen vermeintlich Modernes zu sehen ist?

Depeschen

Für Freunde des Wienerischen gibt es, nach Sokop’ schen Zuckerln auf S. VII, eine Zugabe von Gemeine-Mitglied und Dichterin Dr. Brigitte Pixner, Wien 13 (Applaus!), die den Zeitreisen ihre "Wienothek" (Heyn, 2003) zukommen ließ. Kostprobe aus dem Lyrikband: "A eingfleischta Weana / steht ollweil / parat . . . / Im Sackl des Messa, / scheen long und scheen braad . . . / Aus die Augn / glanzt s goldene Weanaherz. / s Goscherl is zuckrig, / mocht waache Scherz. / Drahst di um - / sticht / da eingfleischte / Weana råsch zua. / Tuat - mitleidig - / wos / fir dei / ewige Ruah!"

Manfred Korinek, Wien 14, sandte alte US-Grabinschriften, z.B. "Irrtümlich gehängt". - Zum Goldrausch (Nro. 406) verweist Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, u.a. auf den Folksong "O My Darling, Clementine" über die verschollene Tochter eines Goldgräbers. - Stellvertretend für alle, die Erinnerungen an einstige Spiele schickten, geht ein Dankeschön an Ilse Mislik, Wien 20; Schilderungen folgen!

HINWEIS IN EIGENER SACHE: Da im Zeitreisenteam in den kommenden Wochen Urlaube anfallen, wird das Geschichtsfeuilleton im August mit einer im Voraus gestalteten Spezial-Seite erscheinen. Dazu sei nur soviel verraten: Es wird ein Augenschmaus! Wir wünschen der Gemeine einen erholsamen Sommer!