- © WZ-Faksimile: M. Szalapek
© WZ-Faksimile: M. Szalapek

Im Zeitalter von Tinte und Feder mag es in Schreibstuben vergleichsweise still zugegangen sein. Um 1900 herrschte in Büros, Kontoren etc. ein Höllenlärm, wenn Heere von Schreibkräften in die Tasten hieben. Die US-Firma Remington, ursprünglich Waffenproduzent, verlegte sich später auf "Typewriter" und eroberte damit im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts von den Vereinigten Staaten aus auch Europa. In altehrwürdigen Institutionen des Habsburgerreichs wurden ganze Batterien des "Diskursmaschinengewehrs" (so Medientheoretiker Friedrich Kittler) aufgefahren; eine am 6. September 1901 in der "Wiener Zeitung" geschaltete Anzeige ratterte Verkaufszahlen herunter: Das Postsparcassenamt in Wien hatte 77 Geräte geordert, Ungarns Justizministerium 114 (später sollte nachbestellt werden, sodass die Rechtsprechung des ganzen Königreichs quasi über Remington lief). Bester Großkunde von Glogowski & Co., der die Apparate in Österreich-Ungarn und Deutschland vertrieb, war laut Inserat W. Schimmelpfeng (Wien/Berlin). Diese Auskunftei bot Marktforschung, Kreditinformationen und Inkassodienste.