Die Erfindung des Würfelzuckers fand im mährischen Datschitz statt - die Zeitreisen berichteten im August. Nun meldete sich DI Alfred Edlinger, Bartholomäberg/Vlbg., ein Ur-Urenkel von Juliane und Jakob Christoph Rad, Schöpfer des süßen Produktes, das 1843 auf den Markt kam. DI Edlinger weist darauf hin, dass die Rad’schen Wurzeln in Westösterreich liegen: "Die Familie . . . stammt ursprünglich aus Feldkirch in Vorarlberg" und zählte u.a. Landrichter sowie kirchlich tätige Personen (Dompfarrkirche St. Nikolaus) zu ihren Mitgliedern. Auch der Humanist Ludwig Rad, geb. 1420, ist in der Ahnenreihe zu finden. "Ein Peter Rad ist 1405 bei der Schlacht am Stoss (Appenzell) für Feldkirch/St. Gallen (CH) gegen die Appenzeller gefallen."

Vorfahren des "Würfelzucker-Rad" lassen "sich auch in Lindau . . . und Augsburg nachweisen. Dort waren Generationen mit Namen Christoph Rad als Silberschmiede und Bankiers" tätig, u.a. "für den Wiener Hof".

Jakob Christoph Rads Schwiegersohn, Victor Alder, "modifizierte die Rad’ sche Zuckerpresse zur weltweit ersten industriellen Herstellung/Füllung von Zündkapseln für die k.u.k. Armee." Sein Betrieb, die "Chemische Producten- und Zündkapselfabrik" in Oberlaa, erzeugte unter anderem Patronen, mit denen man Luftschiffe in Brand schießen konnte. Der Erste Weltkrieg, so DI Edlinger, machte Alder "steinreich".

*****

Flagge zu zeigen, kann zuweilen zu Problemen führen, wie Mag. Hermann Hayn, Maria Enzersdorf, mit einem Nachtrag zu denGemeine-Recherchen rund um Norwegens Unabhängigkeitskampf (vgl. Nro. 410) belegt. Der Zeitreisende stolperte über eine aktuelle Meldung aus den USA, die von Betreibern einer Frühstückspension im an der Grenze zu Kanada liegenden Bundesstaat Michigan berichtet. Das Haus wird unter dem Namen "Nordic Pineapple" ("Nordische Ananas") geführt, vor der Haustür flatterten eine US- sowie eine Norwegen-Flagge. Aufgrund zahlreicher Beschwerden hat man letztere schließlich abgenommen. Warum?

Sie wurde immer wieder mit dem oft als "Konföderiertenflagge" bezeichneten Banner (rot mit einem weißumrahmten blauen x-förmigen Kreuz und weißen Sternen) verwechselt. Im Bürgerkrieg 1861ff wurde das Symbol von den um Beibehaltung der Sklaverei kämpfenden Südstaaten verwendet, heute halten es u.a. Rassisten hoch.

Verwunderlich erscheint Geschichtsfreund Mag. Hayn die Verwechslung auch deshalb, "weil gerade in den Bundesstaaten Michigan und Wisconsin ein vergleichsweise hoher Anteil der Bevölkerung einen skandinavischen Hintergrund hat . . ., besonders in der Gegend um die Großen Seen." Diese Menschen "haben sogar einen . . . Dialekt geprägt, der nach der "Upper Peninsula" von Michigan (zwischen dem Oberen See und dem Michigan-See) benannt ist: Yooper."

Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner