Er frisst für alle . . . Diese wenig schmeichelhaften Worte kursierten einst über König Friedrich I. von Württemberg, Teilnehmer am Wiener Kongress - die Zeitreisen erwähnten dies in Nro. 409 (S. V). Bevor Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, einen Nachschlag dazu serviert, sei nun das Bonmot vervollständigt, aus dem der Satz herausgegriffen wurde: In einem um 1815 kursierenden Flugblatt hieß es weiters, Zar Alexander von Russland liebe für alle, Friedrich Wilhelm von Preußen denke für alle, Maximilian von Bayern trinke für alle und Kaiser Franz zahle für alle.

Tüftler Dr. Litschauer erwähnt zum "gefräßigen . . . Friedrich I. von Württemberg", dass er "nach seiner Standeserhebung zum König als "der umfangreichste Souverän des kleinsten Königreichs Europas" bezeichnet wurde. Er war so dick, dass man die Tische reichlich ausschneiden musste, vor denen er saß, damit er schreiben oder - was öfter vorkam - essen konnte. Als ihn Napoleon einmal nach Paris zitierte, sagte er von ihm, er sei "ventre à terre" angekommen, was man normalerweise mit "im gestreckten Galopp" übersetzt, hier aber wohl wörtlich ("mit Bauch am Boden") gemeint war. Den Königstitel verdankte er genau jenem Napoleon, der dafür die Tochter Katharina als Gattin für seinen jüngsten Bruder Jérôme forderte, was der neue König ohne viel Zögern auch gewährte . . . Hanns Leo Mikoletzky erwähnt den Leibesumfang auch in seinem Werk "Österreich. Das entscheidende 19. Jahrhundert" (1972) . . . Der Gastgeber (des Wiener Kongresses, Anm.), Kaiser Franz I., war übrigens in erster Ehe mit der jüngeren Schwester des (späteren) dicken Königs verheiratet."