Schon das Wort verursacht Widerwillen, Ekel, ja Brechreiz: Lebertran. Generationen von Kindern würgten das aus Fischleber gewonnene Stärkungs- und Heilmittel tagtäglich hinunter, u.a. als Rachitis-Vorbeugung. Die "englische Krankheit" wurde durch dunkle, feuchte Wohnungen und schlechte Nahrung begünstigt. Der Zusammenhang mit Vitamin-D-Mangel wurde erst in den 1930ern erkannt. Diese Anzeige erschien am 8. November 1874 in der "WZ"-Spätausgabe "Wiener Abendpost". Dass die Essenz mitunter zweckentfremdet wurde, beobachtete Theodor Fontane, als er Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Berliner Apotheke arbeitete. Das Öl, das der spätere Schriftsteller in Flaschen abzufüllen hatte, erhielten Bedürftige damals kostenlos. Reißenden Absatz fand es deshalb, weil es die Armen "gut wirtschaftlich als Lampenbrennmaterial benutzten".