Unter welchen Umständen Maria Theresia höchstselbst einige Wochen in Quarantäne verbringen musste, recherchierte die Gemeine anlässlich der kleinen Nuss Nro. 411 - Details folgen in einer der nächsten Zeitreisen-Ausgaben! Außertourlich hatte sich dem Thema Kontumaz, wie Quarantäne auf Altösterreichisch hieß, schon vor einiger Zeit Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, gewidmet: Die Kontumazämter "entlang der österreichischen Grenzen, v.a. in Richtung Südosten", überwachten einst den Verkehr von Menschen, Waren, aber auch Briefen. Diese waren als Überträger "gefürchtet, waren sie doch . . . Symbole der damaligen Globalisierung." Vor der Weiterbeförderung wurden die Poststücke aufwendig behandelt: "Man "rastelte" sie, d.h., man durchbohrte sie mit einem Eisen, das viele spitze Zacken aufwies. Danach wurden die Briefe über speziellen Kräutern geräuchert". Zeitweise wurden sie "auch geöffnet, um sie von innen zu räuchern. Die Briefe wurden danach mit einem Siegel der Kontumazstation wieder verschlossen."

Briefe galten einst als Gefahr.  - © Bild (Ausschnitt; gemeinfrei): nach L. de Moni, 1795
Briefe galten einst als Gefahr.  - © Bild (Ausschnitt; gemeinfrei): nach L. de Moni, 1795

Während der Choleraepidemie 1831ff galten besonders strenge Schutzmaßnahmen, v.a. in Häfen wie Triest. "Jeder Brief aus Griechenland oder der Levante", so Tüftlerin Prof. Dr. Rath, "wurde hier gerastelt, geräuchert oder in Essig gebadet. Als einzige Kontumazstation verlangte Triest etwas dafür", nämlich "3 Kreuzer" pro Briefbogen.

Wie sich später zeigte, "waren all diese Maßnahmen zumindest bei der Briefpost nicht notwendig", da auf diesem Weg keine Gefahr zu befürchten war.

Apropos Post-Spezialbehandlung: Da das Team des Geschichtsfeuilletons derzeit wieder größtenteils zu Hause werkt, wurden erneut besondere Vorkehrungen getroffen, damit auch Briefpost ankommt - dafür ist, wie schon im Frühling, gesorgt. Zusendungen werden weder gerastelt noch in Essig gelegt, sondern lediglich gescannt und weitergeleitet!

Depeschen

Postbus-Aperçus, wie zuletzt jene von Univ.-Prof. Dr. Georg Schmid, Saint-Oradoux-près-Crocq/F, weckten bei Hon.-Prof. Dr. Hanns Waas, Wien 19, zwei Erinnerungen: "Einmal an das Jahr 1947, "individuelle" Maturareise nach Zell am See. Fahrt mit dem Postbus über die Großglockner-Hochalpenstraße, sehr beeindruckend." Auch ein Werbespruch aus dieser Zeit kam dem Geschichtsfreund in den Sinn: "Selbst dort, wo Füchs’ gute Nacht sich sagen, verkehren unsere Postkraftwagen."

Mit Freude las Dr. Harald Jilke, Wien 2, den Namen seines französischen Schwagers Benoît Pouplard in Nro. 411 (Thema: Thule) und kündigte an, ihm die "Seite einscannen, übersetzen und . . . zusenden" zu wollen; bitte inklusive Kompliment aus der Zeitreisenklause!

Ing. Mag. Hermann Schuster, Baden, schickt der Gemeine "schöne Fliegergrüße" von einem Modellflugmeeting am 17. Oktober in Weikersdorf!