Zugegeben, der Sport kommt im Geschichtsfeuilleton meist zu kurz. Freundinnen und Freunde des Fußballs jubelten also, als in Nro. 410 Wuchtel-Themen auftauchten. Nachdem im Oktober und November die Beantwortung der entsprechenden Fragen erfolgt ist, geht die Causa nun in die Verlängerung. Mag. Richard Solder, Wien 13 (langjährigen Gemeine-Mitgliedern als einstiger Zeitreisenmitarbeiter in Erinnerung), notiert zur Montur in der Pionierära: "Gefragt waren Schuhe mit dicken Sohlen und harten Kappen, für einen möglichst starken Schuss." Auch eine Kopfbedeckung durfte nicht fehlen - "was als Beweis gilt, dass Kopfbälle von Anfang an dazu gehörten."

Nachdem in den Zeitreisen von der Rolle englischer Zuwanderer für den frühen heimischen Rasensport die Rede war, fügt Mag. Solder hinzu: Heute funktioniere "fußballerische Migration" eher "in die Gegenrichtung". Ein Beispiel: "Bei Southampton ist mit Ralph Hasenhüttl gar ein . . . Österreicher als Trainer im englischen "Oberhaus" engagiert. Auf die Frage, wie man denn seinen Namen am besten aussprechen soll, erklärte Hasenhüttl bei seinem Start auf der Insel 2018 . . . : "Just call me Mr. Rabbit Hutch.""

*****

Zu den englischen Gärtnern der Rothschilds in Döbling, die den Fußball nach Wien gebracht haben, möchte Rudolf Freiler, Kirchschlag/ NÖ, ergänzen: "Damals gab es sehr viele englische Techniker, Facharbeiter etc. in Wien, die unserer rückständigen Industrie auf die Sprünge halfen. Bei den meisten alten Fußballvereinen in Österreich standen diese Engländer quasi an der Wiege. Selbst Direktoren von Gasgesellschaften waren sich nicht zu schade, an Wochenenden eigenhändig mit Pinsel und Kalkwasser Linien auf die Wiesen zu malen, um das . . . Feld zu markieren. So auch englische Mitarbeiter einer . . . Fabrik, die in ihrer Freizeit auf der Schmelz Fußball" spielten. Hier wurzelt auch der "1. Wiener Arbeiterfußballklub, der sich bald in SK Rapid umbenannte."

Dass, wie im November angemerkt, dieser Verein, ebenso wie die "Austria", auf Verbindungen mit den Fußballpionieren der "Cricketer" zurückblickt, bedarf weiterer Erklärung: Die Wurzeln der "Austria" sind offensichtlich - ein großer Teil der Gründungsmitglieder des 1910 ins Leben gerufenen "Wiener Amateur-Sportvereins" (später "Austria") waren ehemalige "Cricketer".

Als die heute Grün-Weißen (einst trugen sie die Farben Blau und Rot) noch in den Kinderfußballschuhen steckten, verdankten sie ihr Gedeihen der Hilfe eines Mannes namens Robert Lowe. Dieser leitete nicht nur jene Hutfabrik, aus deren Belegschaft sich der spätere SK "Rapid" formierte, er war auch mit Leib und Seele "Cricketer" - u.a. fungierte er zeitweise als deren Präsident.

Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner