In den Oktober-Zeitreisen berichtete der Gartenforscher Thomas Baumgartner über zwei botanische Spektakel: 1720 blühte eine Agave im Garten des heutigen Belvedere in Wien. 2020 war das seltene Phänomen in Schlosshof/NÖ zu bewundern. "Besonders erfreut" zeigte sich von dem Artikel Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10. Der Geschichtsfreund ist "seit frühester Kindheit mit Agaven in der elterlichen Wohnung vertraut . . . Noch heute - fast 70 Jahre später - versorge und hege ich die ich weiß nicht wievielte Nachfolge-Generation auf meinen Terrassen, längst an einem anderen Wohnort."

Augenweide Agave.  - © Bild (gemeinfrei): Darstellung aus dem 18. Jh., Archiv
Augenweide Agave.  - © Bild (gemeinfrei): Darstellung aus dem 18. Jh., Archiv

Für eines der Prachtstücke reichte einst der Platz nicht mehr, so der Spurensucher. Wegwerfen kam "nicht in Frage". Was tun? "Ich war Mitte der 1970er der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei dienstzugeteilt, also fasste ich als junger Attaché all meinen Mut zusammen und fragte meinen "Chef", Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger (im Amt 1974-1986, Anm.), ob er in der Amtsvilla auf der Hohen Warte (unweit meiner damaligen Wohnung) . . . Platz für eine sehr dekorative Agave hätte. Ohne langes Zögern erklärte er sich zur Übernahme bereit, und das schöne Stück zierte in der Folge an der Rückseite der Villa den Abgang in den Garten. Bei einem nachfolgenden offiziellen Mittagessen für einen hohen ausländischen Gast, an dem teilzunehmen ich die Ehre hatte, konnte ich mein "Pflanzenkind" . . . noch einmal bewundern. Kollegen erzählten mir später, dass diese Agave noch zu Dr. Klestils Amtszeiten (1992- 2004, Anm.) vorhanden war. Die Amtsvilla auf der Hohen Warte gibt es längst nicht mehr, und die Geschichte der "allerhöchsten Agave" ist wohl zu einem Ende gekommen, wenn nicht vielleicht doch irgendwo noch ein kleiner Ableger es bis in unsere Tage geschafft hat."

Depeschen

Das Zeitreisenteam wünscht der Gemeine Glück und Gesundheit für 2021! Die zahlreichen Neujahrsgrüße machten Freude; stellvertretend sei Dr. Heribert Plachy, Wien 7, sowie Prof. Ferry Kovarik, Wien 16, und Herbert Ambrozy, Wien 7, vielmals gedankt! Besonderer Applaus gilt Dr. Manfred Kremser, Wien 18, der mit einem künstlerischen Präsent für Vergnügen sorgte!

Notizen von Dr. Brigitte & Dr. Gottfried Pixner, Wien 13, zur Malerin Carola Nahowska, geb. 1877, sind reserviert! - Aufgeschoben, nicht aufgehoben, sind weiters Beiträge von Peter Dusik, Wien 23 (bravo!), sowie Dr. Harald Jilke, Wien 2 (Respekt!), zu Gaudenzdorf. An Maria Thiel, Breitenfurt: Ihre Recherchen zur Nro. 412 gerieten leider in Verstoß; Verzeihung! Chapeau für Notiz zu Stefan Zweigs Sowjetunion-Reise 1928 sowie Übersetzung seiner Werke ins Russische auf Betreiben Maxim Gorkis.

In der Causa Kinderspiele (Nro. 414, S. VII) wurde vergessen, die Gewinnerin des Buchpreises zu nennen: Pardon! Wir gratulieren Ilse Mislik, Wien 20!