Britische Tibet-Expeditionen waren Thema in den vorigen Zeitreisen. Ing. Wilhelm Scharfen, Wien 18 (willkommen in der Gemeine!), hatte seine Recherchen per Post geschickt. Leider gelangte der Brief nicht in die Zeitreisenredaktion, weshalb nun einige Nachträge zur Zusammenstellung in Nro. 418 folgen: Zu Thomas Manning, dem ersten Engländer, der anno 1811 Lhasa mit eigenen Augen sah, ergänzt Ing. Scharfen: Sein erst 1875 publizierter Bericht fand "keine positive Aufnahme", da er viele "persönliche, banale Erlebnisse" enthielt, z.B. Klagen über seinen chinesischen Diener. Manning scheint auch "kein einziger Tempel beeindruckt zu haben".

Die erste Europäerin in Lhasa: Alexandra David-Néel (l., 1868-1969) mit Reisebegleiter. Foto: "Initiations and..." 1931
Die erste Europäerin in Lhasa: Alexandra David-Néel (l., 1868-1969) mit Reisebegleiter. Foto: "Initiations and..." 1931

Erwähnenswert ist für Ing. Scharfen, dass vor Manning bereits zwei Engländer, nämlich George Bogle und Samuel Turner, in die tibetische Hauptstadt zu gelangen versuchten, aber "am Widerstand der Priesterschaft . . . und des noch jungen Dalai Lama" scheiterten. Turner, der am 22. September 1783 umkehren musste, brachte "eine sehr gute Karte über den Bereich Phari-Gyantse-Shigatse nach Hause, die bis 1903 nicht übertroffen wurde."

Zum Abschluss nennt Ing. Scharfen zwei interessante Persönlichkeiten, die ebenfalls das Dach der Welt besuchten und jeweils eine eigene Zeitreise wert wären: Die Französin "Alexandra David-Néel, die als erste Europäerin 1923 Lhasa betreten hat, und Joseph Rock", ein 1884 in Wien geborener und in die USA ausgewanderter Forscher, der in den 1920ern nach Tibet kam.

Depeschen

Die Knödelhütte (vgl. u.a. Nro. 416, Nro. 418) sorgt für Begeisterung in der Gemeine. Auch Mag. Brigitte Ziegler-Hanak, Wien 23 (willkommen im Kreis der Zeitreisenden!), teilt ihre Erinnerungen an den beliebten Ausflugsort in Wien 14 mit. Über die häufigen Besuche mit ihren Eltern berichtet die Zeitreisende: "Jeden 1. November nach unserem Friedhofsbesuch in Neustift am Walde fuhren wir auf die Knödelhütte zur Jause, wo ich die ersten Krapfen der Saison genoss. Wir saßen immer im Extrastüberl, das mit dunkler Holzvertäfelung ausgekleidet war. Oberhalb an den Wänden waren Sgraffiti mit Trinksprüchen wie: "Ein guter Wein ist eine Gottesgabe, doch selten wie ein weißer Rabe", "Verdamme sie nicht, die am Weine sich laben, solid sind nur die, die keinen haben"." Übrigens: Laut F. Czeike ("Hist. Lexikon Wien") wurde die Gaststätte 1980 stillgelegt.

In der Zusammenstellung zu Bartolomé de las Casas (Nro. 417) ist der Zeitreisenredaktion ein Fehler passiert. Die von Dr. Gerhard Jungmayer, Wien 22, erwähnte literarische Bearbeitung des Stoffes ("Las Casas vor Karl V." von Reinhold Schneider) ist kein dramatischer Text, sondern Prosa. Pardon! (Der Fehler wurde in der Online-Ausgabe korrigiert.) - Spezialgrüße und Dank an Gerhard Toifl, Wien 17, an Dr. Alfred Komaz, Wien 19, an Peter Thomas Suschny, Wien 14, sowie Ing. Gerhard Kromus, Wien 19.