Wahre Größe zeigte die "Wiener Zeitung" anno 1848. Mit 1. Jänner dieses Jahres erschien sie nämlich in riesigem Format (etwa 36 mal 55cm). Vorbild waren ausländische Gazetten. Kaum hatte sich das Lesepublikum an diese etwas unhandlichen Dimensionen gewöhnt, schrumpfte die Zeitung schon wieder. Ab 1. Juli 1848 wurde sie im "Groß-Quart-Format" (ca. 27 mal 36cm, also etwas kleiner als heute) herausgegeben. Allein am äußeren Erscheinungsbild war also abzulesen, dass auch das Blatt damals stürmische Zeiten durchlebte.

Revolution hin, Umbruch her: Rasch trat ein findiger Geschäftsmann namens Joseph Darebny auf den Plan. Jeweils wenige Tage nach der Umstellung, sowohl im Jänner als auch im Juli, bot er via "WZ"-Inserat passende Zeitungshalter feil. Die hier abgebildete Annonce erschien am 6. Juli 1848 in unserem Blatt.

Aufmerksame Leserinnen und Leser dieser Rubrik sind dem Unternehmer schon in der Mai-Ausgabe begegnet, damals als Produzent von Dachfenstern. Auch eine Auswahl von Retiraden, also Toiletten, hatte der Blechwarenhändler mit Lokal unter dem Wiener Stubentor im Sortiment. Im Dezember 1847 erhielt er ein Patent auf die "Wiener geruchlose Haus- und Zimmer-Maschinen-Retirade". Laut amtlicher Bekanntmachung garantierte die Erfindung "vollkommene Geruchlosigkeit . . . auch nach dem längsten Gebrauche". (reis)