Eine schöne Nachricht hat Zeitreisenstatistiker Herbert Ambrozy, Wien 7, die wir hiermit gerne überbringen: Die Gemeine kann sich seit der vorigen Ausgabe über das 500. weibliche Mitglied freuen. Insgesamt werden derzeit (Stand: Juni 2021) 1440 aktive Tüftlerinnen und Tüftler gezählt (die zahlreichen "stillen" Zeitreisenden sind hier nicht erfasst).

Der Donauschlepper "Suppan", Baujahr 1921.  
- © Bild: Archiv J. Grabner (danke!)

Der Donauschlepper "Suppan", Baujahr 1921. 

- © Bild: Archiv J. Grabner (danke!)

Auch einen vorsichtigen Blick nach vorne riskiert Obertüftler Ambrozy, der prognostiziert: "Wenn der Trend der letzten Jahre anhält, dann könnte es im Jahr 2023 mit den 1500 klappen". Freilich, rein statistisch betrachtet . . . Die Zukunft steht bekanntlich in den Sternen. Feststeht, dass sich das Team des Geschichtsfeuilletons über jeden Zuwachs in der Leserschaft freut, ganz besonders über jede Stimme, die sich bei diesem Gemeinschaftsprojekt zu Wort meldet!

Depeschen

Die zuletzt in Nro. 420 thematisierte Bäckertramway ließ Peter Thomas Suschny, Wien 14, zur Feder greifen: Von einem Bekannten, der bei den Wiener Linien als Busfahrer beschäftigt war, hat der Zeitreisende gehört, dass man diesen speziellen Straßenbahnwagen auch "Lumpensammler" nannte, "weil er nicht nur die ersten Arbeiter" in die Ankerbrotfabrik brachte, sondern auch "die übernächtigen Menschen . . . damit fuhren."

In Zusammenhang mit der Bäckertramway war im Vormonat auch das Schiff "Suppan" erwähnt worden. Zur Erinnerung: Peter Dusik, Wien 23, hatte berichtet, dass seine Mutter einst Köchin auf Donauschleppern war und gelegentlich mit der Bäckertramway frühmorgens zur Anlegestelle fuhr, um ihren Dienst anzutreten. Johann Grabner, Linz (willkommen auf dem Zeitreisendampfer!) fand ein Bild des Schiffes "Suppan" und die Information, dass es 1921 in Budapest gebaut worden war. Der Zeitreisende begeistert sich für alles, was mit der Donau zu tun hat, seit er als Jugendlicher mit Freunden auf einem selbst zusammengezimmerten Floß bis Rumänien fuhr.

Auf ein "sic" in der Juni-Hauptgeschichte geht Dr. Harald Jilke, Wien 2, ein: Aus einem "WZ"-Bericht aus 1788 wurde zitiert, dass ein Waldbrand in Tirol sehr gefährlich hätte werden können "wenn nicht (...) die (...) getroffenen Anstalten den weiteren Folgen gesteuert hätten". Diese heute kaum mehr gebrauchte Bedeutung von "steuern" im Sinne von "etwas bekämpfen" war in den Zeitreisen mit "sic" versehen worden, um eine sprachliche Auffälligkeit zu kennzeichnen. Dass dies aber nicht unbedingt notwendig war, belegt Dr. Jilke mit einem Lessing-Zitat aus Grimms Wörterbuch (in Kleinschreibung): "diesem übel hätte . . . ganz leicht können gesteuert werden".

TIPP: "Streifzüge durch das räudige Wien" wird Historiker Dr. Anton Tantner gemeinsam mit dem Journalisten Clemens Marschall bei einer Lesung im Rahmen des "Kultursommers" unternehmen. 16. Juli, 18.30h, Wallensteinplatz, Wien 20; Eintritt frei!