Wie aufmerksame Zeitreisende wissen, darf die Gemeine stolz darauf sein, einen exzellenten Dante-Kenner und -Übersetzer zu ihren Mitgliedern zählen zu dürfen. Dr. Hans Werner Sokop, Wien 17, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Dichterfürsten, dem "sommo poeta", der das Italienische zur Literatursprache erhob und der vor 700 Jahren, am 14. September 1321, starb.

Deutsche Übersetzung in Terzinenfassung von Dr. Hans Werner Sokop.  
- © Bild: ADEVA

Deutsche Übersetzung in Terzinenfassung von Dr. Hans Werner Sokop. 

- © Bild: ADEVA

Dr. Sokop besitzt nicht nur eine bemerkenswerte Sammlung von Kunst und Literatur rund um den gebürtigen Florentiner, sondern hat auch dessen Hauptwerk, die Divina Commedia, ins Deutsche übertragen (die Zeitreisen berichteten im Jänner 2015, Nro. 343).

Es gibt zig deutschsprachige Fassungen der Göttlichen Komödie; das Besondere an der Sokop’schen ist, dass sie die Terzinen des Originals (eine dreiteilige Strophenform mit kunstvollem Reimschema) beibehalten hat. Als Beispiel der Beginn der Commedia: "Ich stand in unsres Erdendaseins Mitte / verirrt in einem dunklen Wald alleine; / kein rechter Weg mehr bot sich meinem Schritte. / Das Reden fällt mir schwer, und ich vermeine, / dass jenes wilden Waldes Dornendichte / auch künftig mir als Schreckensbild erscheine: / gleich bitter wie der Tod . . ."

Eine weitere Kostprobe findet sich an anderer Stelle in diesen Zeitreisen. In der Hauptgeschichte um einen gestohlenen Dante-Codex werden (in der 6. Spalte) infernalische Verse in Dr. Sokops Version zitiert.

Die Sokop’sche Übersetzung ist 2014 in einer von Fritz Karl Wachtmann prächtig illustrierten Ausgabe erschienen (Akad. Druck- u. Verlagsanstalt ADEVA, Graz; 308 S., 100 Farbtafeln, 89).