Der Gemeine ist Zeitreisenlektor Georg Friesenbichler als langjähriger Berater des Geschichtsfeuilletons wohlbekannt. Nach über drei Jahrzehnten als Redakteur der "Wiener Zeitung" (u.a. Außenpolitik-Ressortleiter und stellvertretender Chefredakteur) tritt er nun verstärkt als Buchautor in Erscheinung. Mit dem Werk "Verdrängung. Österreichs Linke im Kalten Krieg 1945-1955" (Innsbruck/Wien, Studienverlag 2021, 531 Seiten, 42,90 ) hat der Journalist kürzlich eine umfangreiche Abhandlung über das erste Dezennium der Zweiten Republik vorgelegt.

Georg Friesenbichlers Buch über Österreich in den Jahren 1945 bis 1955.  
- © Studienverlag

Georg Friesenbichlers Buch über Österreich in den Jahren 1945 bis 1955. 

- © Studienverlag

Der Kalte Krieg teilte ab der Verkündigung der Truman-Doktrin 1947 die Welt in zwei unversöhnliche Lager. Schon zuvor hatten hierzulande die beiden großen Parteien die KPÖ zur Seite gedrängt, obwohl sie immerhin alle gemeinsam die Entstehung der Zweiten Republik zu verantworten hatten. Im Besatzungsjahrzehnt wurde damit der Antikommunismus geformt, der zu einer Grundsäule Österreichs wurde und sich daher auf das weitere Geschick des Landes nachhaltig auswirkte, so die zentrale These des Buches.

In einer Veranstaltung der Reihe "Ö1 Science Arena" im Wiener Ringturm wird Georg Friesenbichler mit Peter Ruggenthaler, Historiker und stellvertretender Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung in Graz, diskutieren. Am Mi, 17. November um 18 Uhr, Schottenring 30, Wien 1.

Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung jedoch unbedingt erforderlich (über das ORF Ticketsystem, tickets.orf.at; dort finden sich auch Informationen zu aktuellen Corona-Bestimmungen). Eine Zusammenfassung der Diskussion wird am 24. November um 21 Uhr im "Salzburger Nachtstudio" auf Ö1 gesendet werden.