Zu dem im Vormonat erschienenen, von Univ.-Prof. Dr. Gerold Holzer verfassten "hochinteressanten Artikel über den vielseitigen Arzt Eduard Albert" (1841-1900) meldete sich Univ.-Prof. Dr. Franz X. Lackner, Wien 8, zu Wort. Illustriert war der Beitrag in Nro. 425 u.a. mit einer Darstellung, auf der der einflussreiche Chirurg vor dem Auditorium der Wiener Uni zu sehen ist. Dazu führt der Geschichtsfreund aus: "In der Tat war das Allgemeine Krankenhaus (AKH) . . . das Lehrkrankenhaus der Universität Wien und damit der medizinischen Fakultät. Das Fenster des Hörsaales blickt . . . auf den 1. Hof des AKH" (nun Universitätscampus).

"Albert", so Univ.-Prof. Dr. Lackner weiter, "teilte diesen Hörsaal mit Theodor Billroth (1829-1894), welcher dort die erste Magenresektion (Entfernung eines Teils des Magens, Anm.) durchführte"; dargestellt ist dies auf einem bekannten Gemälde von Adalbert Franz Seligmann (1890). "Auch heute noch kann man die Lage dieses ehemaligen Hörsaales der I. Chirurgischen Klinik im 1. Hof des alten AKH bewundern, wenn man durch das Beth-Tor (nach Karl Beth, 1872-1959, verfolgter protestantischer Theologe) von der Spitalgasse hereinkommt." Auffällig ist das große Fenster "in der Ecke der ersten Etage", das "ausreichend Licht für die Operationen liefern" sollte. "Wegen der Unzulänglichkeiten" gab es Pläne für einen Neubau, "der jedoch erst unter Alberts Nachfolger Anton von Eiselsberg (1860-1939)" fertiggestellt wurde, und zwar um die Ecke. "Geht man durch den angrenzenden Durchgang in Hof 4 und dann rechts in Hof 2, so findet sich an der rechten Seite" dieses neuere Auditorium, das "noch heute im Original erhalten" und als Eiselsberg-Hörsaal (Hörsaal B) bekannt ist.

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Ins ferne Tibet führt ein Nachtrag von Ing. Wilhelm Scharfen, Wien 18, zu Lhasa-Recherchen in Zeitreisen Nro. 418 bzw. 419. Der Spurensucher weist auf ein "Relikt aus der Kapuzinermission in Lhasa am Beginn des 18. Jh.s" hin. "Es ist die Glocke der Mission, die noch heute im Eingang des Jo(c)khang hängt." Dieses buddhistische Zentralheiligtum in der Altstadt von Lhasa wird manchmal auch als "Kathedrale" bezeichnet. 2018 tauchte der Tempel in westlichen Medien auf, als er durch einen Brand beschädigt wurde.

Schon der Journalist Edmund Candler erwähnte das christliche Überbleibsel in seinen 1905 erschienenen Schilderungen des von ihm begleiteten britischen Tibet-Feldzugs. In Lhasa sei man auf wenige westliche Spuren gestoßen. Die Europäer fanden nur ein Fahrrad ohne Reifen und eine Wurstmaschine "Made in Birmingham". Und: "In der Kathedrale gab es eine Glocke mit der Inschrift "Te Deum laudamus", wahrscheinlich ein Relikt der Kapuziner."

"Es wäre interessant", so Ing. Scharfen, "ob jemand abseits von Wikipedia etwas darüber weiß."

Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner