Herr Lehrer Lämpel ist wohl der bekannteste Meerschaumpfeifenraucher der deutschsprachigen Literaturgeschichte. Was vielleicht daran liegt, dass ihm seine Passion zum Verhängnis wurde. Denn im vierten Streich von Wilhelm Buschs Bubengeschichte stopfen Max und Moritz die Pfeife mit Schießpulver. Der Ahnungslose will einen Zug nehmen . . . "Rums!! - Da geht die Pfeife los / Mit Getöse, schrecklich groß. / Kaffeetopf und Wasserglas, / Tobaksdose, Tintenfaß, / Ofen, Tisch und Sorgensitz / Alles fliegt im Pulverblitz." Der versengte Lämpel wird sich schließlich erholen, doch die Pfeife ist kaputt.

Aus der Ära von "Max und Moritz", 1865 erstmals erschienen, stammt auch diese am 4. Jänner 1871 in der "WZ" publizierte Anzeige. Wien war im 19. Jh. ein Zentrum der Meerschaum-Industrie, die fast ausschließlich Rauchutensilien herstellte. Importiert wurde das auch als Sepiolith bezeichnete Mineral v.a. aus der Gegend von Eski Schehr (türk. Eskisehir) in Anatolien, wo es unter schwierigsten Bedingungen aus Stollen gegraben wurde.