Ein grauer Riese, der in den vorigen Zeitreisen (S. II) auftauchte, hat die Herzen vieler Gemeine-Mitglieder im Sturm erobert: Soliman, der erste Elefant in der Donaumetropole. Er kam 1552 nach Wien, als Geschenk für den späteren Kaiser Maximilian II., und wurde in der Menagerie des Schlosses Ebersdorf, heute Wien 11, ausgestellt.

Dazu hat Gerald Glaser, Klosterneuburg, einen Lektüretipp: "Der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago brachte 2008 . . . einen Roman heraus", der sich dieses Tiertransportes annimmt: "A viagem do elefante"; die deutsche Übersetzung erschien unter dem Titel "Die Reise des Elefanten" 2010 bei Hoffmann und Campe. Dieser Empfehlung schließt sich Hans Christian Pruszinsky, Baden, an. Mit "Witz, Sprachgewalt und angemessener historischer Genauigkeit" werde darin "die schicksalhafte Reise des Elefanten Soliman von den portugiesischen Kolonien bis nach Wien nachvollzogen".

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Dass Soliman unter anderem in Brixen Station machte, war den Jänner-Zeitreisen ebenfalls zu entnehmen. Ein Foto zeigte die mit einem Elefanten geschmückte Fassade jener noch heute bestehenden Herberge, wo dem Tier einst eine Verschnaufpause gegönnt wurde. Dazu meldete sich Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7: "Ich kenne . . . die Heimatstadt meiner verstorbenen Mutter recht gut!" Zum erwähnten Haus schreibt die Spurensucherin: "Das Hotel Elefant . . . ist das beste (und teuerste) der Stadt".

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Ein Dickhäuter in Brixen ließ Ing. Gerhard Kromus, Wien 19, zur Feder greifen: "Im Kreuzgang des Brixener Doms gibt es eine Bibeldarstellung, in der auch ein Elefant vorkommt." Das Bild stammt allerdings aus einer Zeit, in der in Brixen "noch nie jemand einen echten Elefanten gesehen" hat, nämlich aus ca. 1470. Der Maler war "auf seine Vorstellung" und "Beschreibungen von Reisenden angewiesen". Erst 1551, als Soliman eintraf, konnte man vergleichen.

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Nächste Station: Linz. Dorthin kam das Rüsseltier auf seiner beschwerlichen Reise ebenfalls. Johann Grabner, Linz, dazu: "Sein Nachtquartier fand es im Haus des damaligen Bürgermeisters Jörg Hutter, heute Hauptplatz 21", das von da an "Elephantenhaus" hieß. Hoch oben auf dem Gebäude ist noch heute ein Relief zu sehen. "Auf älteren Fotos ist der Elefant weiß, er wurde vor einigen Jahren schwarz eingefärbt."

Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner