Kaum war der Industrie-Prunkbau in Erdberg fertig, sollte er auch schon wieder abgegeben werden. Diese Annonce erschien am 21. März 1852 in der "WZ"-Reklamebeilage "Intelligenzblatt", wenige Jahre nach Errichtung der Seifen- und Kerzenfabrik. Doch bereits 1851 war die bestens ausgestattete Produktionsstätte, die sich im Bereich der heutigen Baumgasse 37 befand, in unserem Blatt unter der Überschrift "Feilbiethung" aufgetaucht. In der notariellen Einschaltung versicherte man Interessenten, dass die "Ursache des Verkaufs . . . nicht in der Unrentabilität des Fabriksbetriebes, sondern nur in dem Mangel der benöthigten Geldkräfte des Eigenthümers zu suchen sei."

Einige Jahre dürfte die Anlage noch zur Herstellung von Kerzen gedient haben. Im April 1859 brach ein Brand aus; im selben Jahr wurde das Gebäude vom Militär-Ärar angekauft und zur Artilleriekaserne umgebaut.

Im Roten Wien entstand auf dem Areal ein großer Gemeindebau. "Wohnpaläste statt Habsburgerkasernen", titelte ein Blatt zur Eröffnung 1929. In den frühen 1930ern hieß der Komplex offiziell Austerlitzhof (zu Ehren von F. Austerlitz, Chefredakteur der "Arbeiter-Zeitung"), in Folge des Februar 1934 wurde er - nach der angrenzenden Rabengasse - in Rabenhof umbenannt.