Als langjähriger, sehr angetaner Leser der Zeitreisen" streut Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky, Generaldirektor i.R. des Österreichischen Staatsarchivs, dem Geschichtsfeuilleton Rosen und möchte "sehr herzlich zu dieser ausgezeichneten und informativen Publikation gratulieren. Man lernt auch als altgedienter Historiker jedes Mal etwas dazu." Zur Causa "Sühnhaus", das in Nro. 422 (August 2021) Thema war, ergänzt Hon.-Prof. Dr. Mikoletzky, dass er 1955ff "als Wasagymnasiast täglich" an der Stätte am Schottenring vorbeiging. Das 1945 schwer beschädigte Haus wurde lange dem Verfall preisgegeben, bevor es der Spitzhacke zum Opfer fiel. Neu bebaut wurde das Areal erst später: Seit 1974 hat dort die einst im Nachbarhaus untergebrachte Polizeidirektion ihren Sitz.

Hon.-Prof. Dr. Mikoletzky merkt zum "Sühnhaus" an, "dass das Gebäude eine Stiftung (!) für die Witwen und Waisen der beim Ringtheaterbrand Umgekommenen war". Die Einkünfte des Stiftungshauses sollten wohltätigen Zwecken zufließen ("für immerwährende Zeiten", so Franz Josephs Handschreiben). "Das heißt, dass heute auf dem Gelände die Polizeidirektion ihren Sitz hat, ist nicht in Ordnung, stand doch diese vor dem Krieg auf dem Nachbargrundstück".

"Es ist mit "Stiftungen" in dieser Stadt gelegentlich ein Problem", so Hon.-Prof. Dr. Mikoletzky, der als weiteres Beispiel den Rainerbrunnen (am heutigen Rilkeplatz, Wien-Wieden) nennt. Ihn hatten Gemeinde sowie Bezirksbewohner "zur Erinnerung an Erzherzog Rainer und seine Gattin" gestiftet. "Irgendwann verschwand . . . der Brunnen", der im Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. An seine Stelle wurde der "ursprünglich vor der Paulanerkirche stehende Schutzengelbrunnen" transferiert.

Depeschen

Nachträge zum Truppenübungsplatz Allentsteig (vgl. Nro. 428), u.a. von Adelheid Hlawacek, Baden, sowie MinR DI Wolfgang K. Mattes, Pulkau, und Wolfgang Riemer, sind reserviert! Vorab eine Korrektur von DI Mattes zum Stichwort "größter Truppenübungsplatz Mitteleuropas", wie das 157km² umfassende Areal auch in den Zeitreisen bezeichnet wurde: Boletice (Tschechien) hat 165km², Grafenwöhr (Bayern) 234km², Drawsko Pomorskie (Polen) ca. 380km².