Auf mehr als nur einen Stolperstein stieß die Zeitreisenredaktion in dem Beitrag rund um den Österreichischen Touristenklub (ÖTK) in Nro. 429 (die Online-Version wurde überarbeitet, Anm.). Ein Brief von Walter Wenzel, Wien 2, ehemaliger Klubarchivar und ausgezeichneter Kenner der Vereinsgeschichte, bot Orientierung.

Im heutigen ÖTK waren Frauen seit der Gründung 1869 willkommen.  
- © Bild (Ansichtskarte um 1900): E. Platz

Im heutigen ÖTK waren Frauen seit der Gründung 1869 willkommen. 

- © Bild (Ansichtskarte um 1900): E. Platz

So entpuppen sich selbst zuverlässig scheinende Quellen als ungenau, mitunter gar fehlerhaft. Etwa zur Amtszeit des Vereinspräsidenten Julius Meurer: Dessen Vorgänger dankte im Dezember 1891 ab. Meurer selbst folgte erst am 10. Februar 1892 nach. Der in den Zeitreisen wiedergegebene Irrtum, er hätte bereits seit 1891 das Amt ausgeführt, findet sich oft in Darstellungen.

Auch Informationen über die Anzahl von Bauten variieren. Streng genommen, so Spurensucher Wenzel, hat der ÖTK derzeit "45 Schutzhütten und ... elf Aussichtswarten."

Eine bemerkenswerte Ergänzung liefert der Fachkundige zu Bergsteigerinnen: "Im ÖTK war für Frauen ab dem Gründungsjahr 1869 die Mitgliedschaft möglich." Seit den 1870ern "nahmen sie an Gemeinschaftsausflügen teil, hielten Vorträge über ihre Touren und verfassten Beiträge für die Klubpublikationen." Die Texte wurden auch "als Aufmunterung für Alpenfreundinnen", so eine der Schriften, veröffentlicht.

Darunter war etwa Anna Grenser, deren Reden in den Jahresberichten 1872-1874 abgedruckt wurden. Die "Oesterreichische Touristen-Zeitung" berichtete 1885, "dass "Clubtante" Therese Florek ... eine Schneebergpartie für Damen arrangiert ... Zwei Wochen später wurde die Fischer-Hütte am Gipfel eröffnet. Dabei waren von den 350 Personen . .. 40 Damen" im Zug nach Payerbach.

Mit Walter Wenzel sprach Christina Krakovsky