Auf der "Technikschiene" ist Geschichtsfreund Manfred Schiemer, St. Pölten, seit Jahrzehnten unterwegs. Dem Bruder des Zeitreisenschreibers ist es ein Anliegen, der Gemeine einen großen - und vor allem schnellen - Sohn der Marktgemeinde Traisen in Erinnerung zu rufen: Rupert Hollaus, österreichischer Motorrad-Weltmeister. Er verunglückte 1954 mit nur 23 Jahren und hätte vergangenen Herbst seinen 90er gefeiert.

Rupert Hollaus starb 1954 mit nur 23 Jahren in Monza. 
- © Autogrammkarte: M. Schiemer (danke!)

Rupert Hollaus starb 1954 mit nur 23 Jahren in Monza.

- © Autogrammkarte: M. Schiemer (danke!)

Geboren wurde er "am 4. September 1931 in Traisen (18km von St. Pölten/NÖ entfernt)." Durch seinen Vater, der eine Werkstätte besaß, "kam er früh mit dem Rennsport in Kontakt" und arbeitete auch für Rennfahrer Alex Mayer. Mit dessen Moto Guzzi fuhr "der 19 Jahre alte Rupert . . . seine ersten Straßenrennen in Kor-neuburg, Stockerau und Gmünd." Ab da ist er nicht mehr zu bremsen. Er erhält "einen fixen Platz im NSU-Rennteam" (NSU steht für Neckarsulm Motorenwerk). "Einen sensationellen Sieg" feiert er 1954 beim berühmten Rennen auf der in der Irischen See liegenden Isle of Man. Es folgen etliche Triumphe, er hat "den Weltmeistertitel in der Tasche! . . . Dann Monza: Es ist Samstag, der 11. September", als Hollaus beim Training "in der zweiten Lesmokurve" stürzt und tödlich verunglückt. Der "einzige österreichische 125ccm-Motorradweltmeister auf NSU wird am 18. September 1954 in Traisen in einem Ehrengrab" bestattet. "Ganz Österreich trauert!"

Depeschen

Hand aufs Herz: Wer hat Goethes Stück "Der Groß-Cophta" gelesen? Nachdem Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7 (toi, toi, toi und alles Gute!), im Vormonat erwähnte, dass sie, obwohl Goethe-Liebhaberin, nie von dem Werk rund um Hochstapler Cagliostro (s. auch eigene Zusammenstellung) gehört hatte, meldete sich Peter Dusik, Wien 23, zu Wort: Es war 1963, als "das Werk überraschend auf der Leseliste für die Deutsch-Matura auftauchte. Da das Stück damals im Buchhandel nicht erhältlich war, musste ich es im großen Lesesaal der Nationalbibliothek lesen." Bei der Matura wurde das Drama dann aber nicht geprüft, "da offenbar weder die Professoren noch der Vorsitzende damit etwas anfangen konnten."

Dass die Gemeine zum Thema Kindergarten recherchiert hat (vgl. Nro. 431, S. VII), freut Mag. Martin Kranzl-Greinecker, Linz; der Chefredakteur von "Unsere Kinder", Fachjournal für Bildung und Betreuung in der frühen Kindheit, schickte dem Geschichtsfeuilleton Ausgabe 1/2021 der Publikation. Darin befasst er sich u.a. mit der Fröbel’schen Gründung von 1840 und plädiert für einen sorgsameren Umgang mit der Sprache. Allzu oft höre man die abwertende Phrase "Wie im Kindergarten".

P.S. Im ZEITREISENLOTTO gewann KR Wilhelm Fleischberger, Baden; herzliche Gratulation!