Mit "großer Freude" las Friederike Pacik, Wien 23, in der Juni-Ausgabe den Beitrag über Leopold von Sacher-Masoch, Literat, "WZ"-Autor und Namenspatron des Masochismus. Die Zeitreisende möchte die Gemeine "auf einen wundervollen Roman von Egyd Gstättner hinweisen. "Leopold der Letzte", erschienen im Picus Verlag 2021, beschreibt das Leben . . . Sacher-Masochs in seinen vielen Facetten".

Wann starb Wanda von Sacher-Masoch? Bild: Archiv
Wann starb Wanda von Sacher-Masoch? Bild: Archiv

Eine Rolle spielt darin auch die 1946 in London geborene Sängerin Marianne Faithfull, Urgroßnichte des Schriftstellers. Berühmt wurde sie siebzehnjährig mit dem u.a. von Mick Jagger geschriebenen Lied "As Tears Go By". Gedankt soll sie ihm, so steht es in Gstättners Roman, mit einem Präsent haben: "Den Rolling Stones sagte dieses Adelsgeschlecht natürlich überhaupt nichts. Die Sachers hatten im Jahr 1729 das Recht erhalten, sich "Ritter" zu nennen und dazu drei Zinnteller überreicht bekommen, die bis heute im Besitz der Familie Sacher-Masoch waren, hatte Marianne Faithfull Mick Jagger . . . erklärt, als sie ihm den dritten Zinnteller zum Geschenk machte".

Fazit der Spurensucherin Pacik zu Gstättners Roman: "ein großer Lesegenuss"!

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Eine steinharte Nuss rund um Leopold von Sacher-Masochs Frau Wanda, eigentlich Angelika Aurora, geb. Rümelin, reizte Dr. Anton Tantner, Wien 2. Nach der 1845 geborenen Grazerin wird in der Orchidee der Nro. 432 gefragt. Der Einsendeschluss ist zwar erst am 1. August, ein Teilaspekt soll aber schon jetzt angesprochen werden: Das in den Juni-Zeitreisen angegebene Sterbejahr 1933 wird nämlich nur vermutet.

Also machte sich Historiker Dr. Tantner auf die Suche nach einem Beleg. Das Jahr 1933 geht auf eine "Enkelin von Leopold Sacher-Masoch, Mechthild Saternus" (1920-2015) zurück. In einer Kurzbiographie auf der Internet-Plattform "biografiA" findet sich zu Wanda: "Gest. vermutl. Paris, Frankreich, vermutl. Frühjahr 1933". Doch der Autor des Eintrags, Wulfhard Stahl, hat 2017 auch "auf einen französischen Zeitungsartikel von 1917 hingewiesen: Demnach lebte sie im Winter 1916/1917 verarmt . . . im Quartier Latin und beging damals Suizid".

Zu den Schwierigkeiten beim Knacken dieser Nuss notiert Dr. Tantner: "Der Pariser Etat Civil und damit auch die Sterberegister sind online zugänglich", allerdings ohne Volltextsuche, d.h. man kann nicht gezielt Namen abfragen. "Für jeden . . . Bezirk muss extra gesucht werden". Und: "Nach welchem Namen? Sacher(-Masoch)? Geburtsname Rümelin? Oder nach dem Pseudonym Dunajew bzw. Dounaieff? Oder mit vorangestelltem "de": De Sacher? De Dunajew? De Dounaieff?"

Soweit nur einige der Fragezeichen, die der Spurensucher aufzählt. "Eventuell sind Telefonbücher" ein heißer Tipp - "soferne sie einen Anschluss hatte", 1933 keine Selbstverständlichkeit, schon gar nicht, wenn sie arm war.

Ob das Rätsel jemals gelöst werden kann? Die Jagd geht jedenfalls weiter!

Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner