In der vorigen Zeitreisen-Ausgabe richtete Adelheid Hlawacek, Baden, eine Frage an die Gemeine. Die Tüftlerin erwähnte ein Kinderbuch über die Grottenbahn auf dem Linzer Pöstlingberg. Dunkel war ihr auch eine Widmung im Gedächtnis, an die sie sich bruchstückhaft erinnerte, nämlich " . . . fährt seit eh und je die Bergbahn unserer DDSG . . ." Was aber sollte die Pöstlingbergbahn mit der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft zu tun haben? Ein Rätsel.

Zwei Duschende in einem Brausebad.  
- © Bild: Archiv; koloriert von Philipp Angelov

Zwei Duschende in einem Brausebad. 

- © Bild: Archiv; koloriert von Philipp Angelov

Nun meldete sich FH-Prof. DI Otfried Knoll, St. Pölten, zu Wort und informiert: "Die Betreibergesellschaft der Pöstlingbergbahn war über Jahrzehnte die ESG, die Linzer Elektrizitäts- und Straßenbahngesellschaft". ESG ist "phonetisch ähnlich zur DDSG". Es könnte sich also um eine Verwechslung der beiden Abkürzungen handeln.

Der Spurensucher ist übrigens ein ausgewiesener Fachmann (u.a. Leiter des Departments Bahntechnologie und Mobilität an der FH St. Pölten) und machte sich auch um die Revitalisierung der Pöstlingbergbahn verdient. So erstellte er "2003 im Auftrag der Nachfolgegesellschaft der ESG, der Linz Linien GmbH", ein Gutachten, das "für die Erhaltung und Revitalisierung der Pöstlingbergbahn" maßgeblich war. Bis 2009 wurden die Pläne umgesetzt und die Bergbahn mit dem Straßenbahnnetz verbunden. "Die Reorganisation", so FH-Prof. DI Knoll, "war insofern komplex, als die Pöstlingbergbahn eine andere Spurweite (1000mm) als die Linzer Straßenbahn (900mm) hatte." Da "die Bahn umgespurt werden" musste, "war es notwendig, das ursprünglich für eine reine Bergbahn konzipierte Schienen- und Weichensystem vollständig zu ändern. Dies bedeutete einen kompletten Neubau der Strecke".

Da die Pöstlingbergbahn eine der steilsten Adhäsionsbahnen ist, musste für das Gutachten eine vergleichbare Anlage angeführt werden. "Hierbei war die Gmundner Straßenbahn, die eine ähnliche Steigung aufweist, ein bedeutender Referenzfall, weil schon 1995 ein Pöstlingberg-Triebwagen in Gmunden auf der dortigen Straßenbahn, entsprechend umgebaut (Magnetschienenbremse statt Zangenbremse usw.), sehr erfolgreich zum Einsatz kam. Damit war die technische Machbarkeit jedenfalls erwiesen."

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Auch zu den städtischen Brausebädern, die in der November-Ausgabe Thema gewesen sind, tröpfeln immer noch Zuschriften aus der Gemeine ein. So merkt Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, an, dass der Schriftzug "Städtisches Bad" am "Seitentrakt des . . . Bezirksamts in der Hermanngasse" in Wien-Neubau nach wie vor ins Auge springt. Heute wird das 1908 eröffnete Brausebad mit Sauna geführt.

Dr. Gerhard Jungmayer, Wien 22, zum Thema: "Den Segen des Tröpferlbads habe ich in meiner Kindheit genossen. Meine Eltern waren einfache Arbeiter und wir lebten in einem Wohnhaus aus dem Ende des 19. Jh.s im 2. Bezirk, das heißt, es gab eine Bassena auf dem Gang und ein Klosett für jeweils zwei Haushalte". Man verwendete ein "Lavoir (Wienerisch: Lawua), in einem Holztischchen eingebaut", für die "nötige Katzenwäsche". Daneben war es "ein Segen, ins Tröpferlbad . . . zu gehen. Ich erinnere mich noch, dass wir fallweise in der Volksschule Gutscheine für einen Gratiseintritt bekamen."

Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner