Ein "nameless animal", das in der Dezember-Ausgabe auf einer 1870 gedruckten englischsprachigen Weltkarte eingezeichnet war, sorgte für Rätselraten in der Gemeine. Das "namenlose Tier" befand sich mitten in Australien, neben typischen Bewohnern wie Schnabeltier oder Känguru. Welches Wesen war damit wohl gemeint?

Australiens berühmter Bewohner, der Koala, auf historischer Darstellung; l. ob. eingeschnitten: "namenloses Tier" auf der Karte im Dezember.  
- © Bild (gemeinfrei): Eichelberg, Naturhist. Wandatlas, 1870

Australiens berühmter Bewohner, der Koala, auf historischer Darstellung; l. ob. eingeschnitten: "namenloses Tier" auf der Karte im Dezember. 

- © Bild (gemeinfrei): Eichelberg, Naturhist. Wandatlas, 1870

Einen heißen Tipp hat Dr. Karl Beck, Purkersdorf: Es "könnte ein Koala sein"! Das heute allgemein bekannte Beuteltier mit dem aschgrauen Pelz hatte "der Zoologe Georg August Goldfuß im Jahr 1817 als lipurus cinereus erstmals beschrieben".

Mag. Brigitte Ziegler-Hanak, Wien 23, ist ebenfalls der Ansicht, dass es sich höchstwahrscheinlich "um das "plüschige Nationalsymbol" . . . handelt". Auch wenn die alte Darstellung nicht ganz mit unserem heutigen Bild von den Pflanzenfressern übereinstimmt. Zum einen verbringt das Tier den größten Teil seines Lebens auf Bäumen. Auf der Karte wird es auf dem Boden gezeigt. Zum anderen lässt sein Kopf auf der historischen Illustration eher an "unsere Primatenverwandtschaft" denken.

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Dass die Abonnenten unseres Blattes einst als "Herren Pränumeranten" bezeichnet wurden, war u.a. Thema der Hauptgeschichte im Vormonat. Es war damals selbstverständlich, dass etwaige Damen, die es im Lesepublikum auch gab, außer Acht gelassen wurden. Dass ein solcher Sprachgebrauch im 20. Jh. noch gang und gäbe war, stellt Peter Thomas Suschny, Wien 14, mit Verweis auf die Pfadfinder fest. Bei dem 1912 gegründeten Bund wurden bereits nach wenigen Jahren Mädchen aufgenommen. "Und trotzdem" - so wundert sich der Spurensucher beim Blättern in einem einschlägigen Buch aus 1958 - "was steht bei der Anrede auch für Pfadfinderinnen . . . noch drinnen? "Bruder im Bunde!""

Zur Zusammenstellung rund um Wien-Neubau als Textil-Hochburg (Nro. 438, S. III) merkt Fährtenleser Suschny an: "Bitte, mir fehlt der (heutige, Anm.) 6. Bezirk!" Denn auch dieser war ein "richtiger Textilbezirk". Immerhin verlaufe die Webgasse quer durch Mariahilf und erinnere mit ihrem Namen an einst hier befindliche Webereien. Die Familie des Tüftlers wohnte ab 1961 ganz in der Nähe am Loquaiplatz 3. Auf seinem Schulweg kam der Zeitreisende einst täglich an dem 1938 zerstörten, "hinter Holzplanken versteckten" Schmalzhoftempel in der Schmalzhofgasse 3 vorbei. Anstelle der Synagoge wurde in den 1980ern ein Pensionistenwohnheim errichtet.

Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner