Maria Thiel, Breitenfurt, dazu: "Sie setzten eine "dualistische" Einteilung in zwei gesonderten Ausgaben durch, einer deutschen und einer ungarischen, hergestellt in zwei getrennten Redaktionen."

Den ungarischen Titel nennt bei dieser Gelegenheit Ing. Helmut Penz, Hohenau/March: "Az Osztrák-Magyar Monarchia irásban és képben".

Ein Ende mit Schrecken

Dr. Manfred Kremser, Wien 18: Nachdem das Vorhaben schon weit vorangeschritten war, "erreichte am Mittwoch, den 30. Jänner 1889 das Redaktionskomitee in Wien die Nachricht vom Tod des Thronfolgers." Zu den vielen Rätseln um sein Ableben "kam noch die Ungewissheit über die Fortsetzung der "österreich-ungarischen Monarchie in Wort und Bild" .. . hinzu."

Helmut Wieser, Retz: "Das Werk wurde ... auf ausdrücklichen Befehl von Kaiser Franz Josef weitergeführt" und zwar, wie zu lesen war, "unter dem Protectorate Ihrer kaiserl. und königl. Hoheit .. . Kronprinzessin-Witwe Erzherzogin Stephanie".

Zu besagten Unklarheiten um Rudolfs Ende berichtet Dr. Karl Beck, Purkersdorf: "Hieß es noch am Tag des Unglücks, es handle sich um einen Schlaganfall, so sprach man am nächsten Tag von Herzschlag". Die Obduktion ergab schließlich "Tod durch Revolverkugel".

Aus dem Gutachten zitiert Gerhard Toifl, Wien 17: Rudolf sei "zunächst an der Zertrümmerung des Schädels und der vorderen Hirnpartien" gestorben.

Die gängige Theorie schildert Dr. Günter Fostel, Wien 18: "Rudolf erschoss seine Geliebte, Baronesse Marie (Mary) ... von Vetsera (geb. 1871 ...) im Jagdschloss Mayerling, bevor er Selbstmord .. . beging."

Mit Flasche erschlagen?

Dr. Edwin Chlaupek, Wien 3: "Es gibt aber - da der Kaiserhof äußerst bemüht war, die näheren Umstände .. . zu verschleiern - bis heute an die 30 zum Teil abstruse Theorien".

Mag. Robert Lamberger, Wien 4: "Wegen der vom Hof verhängten Nachrichtensperre und weil sich alle Zeugen an das Schweigegebot .. . hielten", kam die Gerüchteküche ins Brodeln.

MedR DDr. Othmar Hartl, Linz: "Mit der Öffnung des vom Wiener Polizeipräsidenten Baron Krauss angelegten Aktes .. . 1955, konnte die "Tragödie von Mayerling" zwar noch immer nicht restlos geklärt werden, doch erwies sich, dass der Kronprinz unter einer fast lückenlosen Polizeiüberwachung stand."

Zweifelhaft erscheint Prof. Brigitte Sokop, Wien 17, folgende Theorie: "Mary Vetsera sei Opfer eines Abtreibungsversuches geworden und der Kronprinz habe sich darob erschossen .. ." Dabei darf Gemeine -Mitglied Prof. Sokop als wahre Kennerin der Materie gelten: Ihr Buch zum Thema, "Jene Gräfin Larisch", erlebte bereits vier Auflagen.

Von ihrem Großvater, einem Generalmajor, vernahm Mathilde Lewandowski, Payerbach, diese Geschichte: "Als junger Offizier habe er .. . gehört: "Sein betrunkener Freund (des Kronprinzen, Anm.) Baltazzi habe Rudolf mit einer Sektflasche den Schädel eingeschlagen." Der Familie Baltazzi wurde später der Adel aberkannt." Und: "Die Mutter der Mary Vetsera war eine geborene Baltazzi."

Dr. Günter Stickler, Wien 17, stieß auf eine journalistische "Schauergeschichte mit dem Titel "Rudolf"" aus italienischer Feder von 1909: Im Verlauf der Trennung Rudolfs und Marys "beißt ihm die Geliebte aus Rache sein bestes Stück ab. Seiner Zeugungsfähigkeit beraubt, bleibt ihm nur der Selbstmord". Der Autor: Benito Mussolini.

Die "wahrscheinlich heiterste Version" weiß Prof. Helmut Bouzek, Wien 13, zu berichten: Nach einem vorgetäuschten Doppelselbstmord seien die beiden der Monarchie "entflohen: Mary nach London, Rudolf zuerst nach Russland und dann nach China. Selbstverständlich gäbe es Nachkommen".

P.S.: Mehr zum Tatort Mayerling berichten in der nächsten Zeitreisen-Ausgabe am 1. Juli u.a. Klaus-Peter Josef, Tulln, und Håkan Lundén, Vallentuna/ Schweden.

Zusammenstellung dieser Seite: Andrea Reisner