Rómers Wirkungsbereich lag in der damaligen Vorstadt Am Schaumburger Grund, Favoritenlinienwall Nr. 37. Schon 1829 hatte er den oberen Gartenteil des früheren Starhemberg’schen Gartens aufgekauft. Das ehemalige, nahe dem Linienwall gelegene "Belvedere" des Starhemberg’schen Schlosses ließ Rómer zu einem Landhaus umbauen, welches dann als "Drasche-Villa" in der heutigen Schelleingasse bezeichnet wurde. In der späteren Schönburggasse 31 errichtete Rómer die erste Zündholzfabrik auf dem Gebiet des Kaiserreiches Österreich.

Gegen seine unmittelbaren Wiener Konkurrenten wie dem Kaufmann A. M. Pollak sowie Johann Preshel, ein ursprünglicher Mitarbeiter in seinem Betrieb (welcher sich später sogar mit Pollak verbündete), und auch Joseph Si(e)gl aus Ottakring musste Rómer seit der Hauptpatenterteilung (1834) bis zu seinem Tode permanent kämpfen.

Spätere Verbesserungen, z.B. Ersatz des Kaliumchlorats durch Bleidioxid, welche ihm teilweise von außen zugetragen wurden, wie vom ungarischen Studenten János Irinyi, verwendete Rómer gegen angeblich mickrige Bezahlung sofort. (Das Bleidioxid wurde kurz danach wieder durch ein Gemisch von Bleinitrat und Mennige ersetzt.)

Freund Grillparzers

Durch zunehmenden wirtschaftlichen Erfolg als "Fabriks-Besitzer" wurde Rómer bald zu einem angesehenen Mitglied der Wiener Gesellschaft. Zu seinem Freundeskreis gehörten der Dramatiker Franz Grillparzer, der Journalist (und gefürchtete Theaterkritiker) Moritz Gottfried Saphir, der Theaterdichter Ignaz Franz Castelli u.v.m. Dank seiner wirtschaftlich guten Position konnte sich Rómer nun auch als Wohltäter engagieren. Auf Initiative seines Schwiegersohnes, des Armenarztes Dr. Vincenz Alexovits, gründete er das (unentgeltliche) St. Joseph Kinderspital im vorherigen Rosenbaum’schen Garten in der heutigen Kolschitzkygasse (1813-1862 Liniengasse). Das Startkapital von 2.400 Gulden verdoppelte die Kaiserin-Mutter. Am 19. März 1842 wurde das Spital eröffnet.

Massenproduktion

Rómers Erfolge gründeten sich von Beginn an auf seine Weitsicht als Unternehmer. Er war der Erste, welcher sofort den 1821 konstruierten Zündholzhobel einführte, eine Erfindung des Modelltischlers an der Universität Wien, Heinrich Weilhöfer. Damit war es möglich, die Hölzchen auf mechanischem Weg zu fertigen. Vorher mussten sie, hauptsächlich von Insassen der Invaliden- und Versorgungshäuser, noch von Hand geschnitzt werden.

Ebenso führte Rómer den vom St. Pöltener Bergwerksinspektor Joseph Zwierzina 1829 patentierten Tunkrahmen ein, mit dem 10.000 Hölzchen gleichzeitig in die Zündmasse eingetaucht werden konnten. Diese mechanischen Verbesserungen erlaubten es, neben den chemischen Entwicklungen, die Zündhölzer immer rationeller und billiger herzustellen.
Bei einer Inspektion seiner Baustelle am Gelände der Fabrik verunglückte Rómer am 30. Juli 1842 und verstarb an den Folgen seines Sturzes (Eintrag im Totenbeschaubuch: "an zufällig erlittenen Verletzungen"). Rómer wurde am katholischen Matzleinsdorfer "Leichenhof", seit 1923 der "Waldmüllerpark", begraben (Grabstein Nr. 43 im Grabmalhain). Der Nekrolog findet sich übrigens am 8. November 1842 in der "Wiener Zeitung".