Ein Blick in die "Wiener Zeitung" vom 2. September 1860 zeigt: 3-D ist ein ziemlich alter Schmäh – der optische Effekt, der gegenwärtig wieder Kinosäle und -kassen füllen soll, sorgte schon ab der Mitte des 19. Jh.s für Kurzweil. Das "Stereoskop" (griech., "Körperschauer") vereinigt zwei leicht voneinander abweichende (allerdings stehende) Darstellungen eines Gegenstandes so, dass er sich in den Augen des Betrachters räumlich auszudehnen scheint. Erhältlich waren die Apparate samt den austauschbaren Aufnahmen in Wien anno 1860 u. a. bei Oscar Kramer (1835–1892), Fotograf und Händler am Haarmarkt 642–643 (heute Rotenturmstr.). Jahrzehnte später, um 1900, unterhielt die Stereoskopie in Form des "Kaiserpanoramas" schon schaulustige Massen: Bis zu 25 Personen saßen um einen runden Guckkasten, in dessen Innerem Bilderserien vorüberzogen. Besonders beliebt waren Impressionen aus exotischen Ländern, die man solchermaßen bequem und billig bereisen konnte.