Nach seiner Rückkehr von einem Aufenthalt in Deutschland bewohnte er in der Buchfeldgasse, unter anderem, das Atelier der Malerin Trude Waehner (1900-1979), zusammen mit Albert Paris Gütersloh. "Dieses Atelier hatte sich die Künstlerin in den zwanziger Jahren im Dachboden des Hauses, das ihr Vater (der Herausgeber der "Deutschen Zeitung" und christlich-soziale Stadtrat Dr. Theodor Wähner [sic!]) 1901 hatte erbauen lassen (die Türen wurden übrigens wie auch sonstige Dekorationen von keinem geringeren als Kolo Moser entworfen), nach eigenen Plänen eingerichtet. Die in zweiter Ehe mit dem jüdischen Rechtsanwalt Dr. Friedrich Schmidl verheiratete Künstlerin musste 1938 . . . emigrieren". Das Atelier wurde vermietet, Anfang September zog Doderer ein.

Dr. Kandler setzt fort: "Als sie nach dem Krieg wieder nach Wien zurückkehrte, musste sie vor Gericht gehen, um das Atelier wieder beziehen zu können. Sie stellte aber Doderer die einen Stock tiefer liegende elterliche Wohnung zur Verfügung, die nach dem 1945 erfolgten Tod der Mutter - der Vater war schon Ende 1901 gestorben - frei geworden war."

Und weiter: "Hüter der noch im Originalzustand erhaltenen Räume" ist heute Dr. Gustav Szekely, Waehners Sohn. Zugänglich ist diese Stätte künstlerischen Wirkens zwar nicht, doch gibt es derzeit noch die Möglichkeit, aktuelle Aufnahmen aus dem Atelier in einer Ausstellung des Bezirksmuseums Josefstadt (Schmidgasse 18) zu sehen.

Die gemeinsam mit dem Kunsthandel Widder organisierte Schau "Trude Waehner. Lebensstationen einer Josefstädterin" schließt am 19. Dezember ihre Pforten. Bis dahin kann das Œvre der Künstlerin erkundet werden, zu regulären Öffnungszeiten am So, 16. Dez., 10-12 Uhr, und am Mi, 19. Dez., 18-20 Uhr; oder nach Vereinbarung unter der Tel. 01 4036415. Eintritt frei!

Zusammenstellung dieser Seite: Andrea Reisner