Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf: "Die 373m² große Insel" liegt "nordöstlich von Island in der Grönlandsee".

Das Eiland ist, wie Mag. Robert Lamberger, Wien 4, einwirft, "benannt nach dem Walfangkapitän Jan Jacobs May van Schellinkhout". Der Niederländer betrat die Insel bereits 1614.

"Sie gehört politisch zu Norwegen, ist aber keiner der norwegischen Provinzen zugeordnet", so Mathilde Lewandowski, Payerbach, die auch auf frühere Zeitreisen (vgl. Nro. 343 und Nro. 346) verweist: Während des Ersten Internationalen Polarjahres 1882/83 befand sich dort "eine österreichisch-ungarische Forschungsstation" .

Im kalten Süden

Das Königreich Norwegen beansprucht nicht nur Land im Nordmeer, sondern auch im Südatlantik. Ing. Helmut Penz, Hohenau/M.: "Unter norwegischer Verwaltung steht (seit Ende der 1920er, Anm.) auch die Bouvetinsel im Südpolarmeer. Sie gilt jedoch nicht als Teil des Königreichs Norwegen, sondern als "Nebenland" (biland)," ist also ein abhängiges Territorium mit gewisser Souveränität. Was Zeitreisenmedicus Dr. Manfred Kremser, Wien 18, an dieser Insel fasziniert, ist ihre "andauernde Schrumpfung . . . vor allem an der Westküste". Das zu über 90% vergletscherte Eiland ist "2500km südwestlich von jeder Hoffnung, nämlich dem südafrikanischen Kap, entfernt - da kommen nicht einmal Thomas Cook oder Neckermann hin."

Mag. Gerda Silvestri, Wien 19: Auf der "schwierig erreichbaren Insel", die geographisch nicht zur Antarktis gehört, gibt es nur eine "einzige eisfreie Bucht" und es hat "selten über 5 Grad Celsius".

Bewohner sind, so MedR DDr. Othmar Hartl, Linz, vor allem "See-Elefanten, Pelzrobben, Pinguine". Die Insel wurde "1739 von Bouvet de Lozier entdeckt". Danach blieb sie lange Zeit unauffindbar. Gerhard Toifl, Wien 17: Eine genaue Ortsbestimmung erfolgte erst 1898, als "die Bouvet-insel . .. von der deutschen Valdivia-Expedition wiederentdeckt" wurde.

Ein Stück Antarktis

Maria Thiel, Breitenfurt: "Die politische Geschichte der Antarktis begann 1908, als Großbritannien alle Gebiete südlich von Südamerika der Verwaltung der Falklandinseln unterstellte. Argentinien und Chile haben diese Besitzergreifung nie anerkannt. Sie erklärten ihrerseites die Gebiete zu ihrem Hoheitsgebiet gehörend." Weiters wollten u.a. Neuseeland, Frankreich und Australien ein Stück vom Kuchen haben. Wie L. Pütz informiert, beanspruchte auch Norwegen "ein Gebiet der Antarktis".

Es handelt sich dabei um das 1939 zu norwegischem Territorium erklärte "Königin-Maud-Land", schreibt Klaus-Peter Josef, Tulln; es ist "riesig groß, aber unter ewigem Eis".

Das Gebiet umfasst etwa 2.700.000km² (ca. 32mal so groß wie Österreich, Anm.), so Herbert Beer, Wolfpassing. Ein wichtiger Schritt zur norwegischen Beanspruchung der Region waren "neun Expeditionen" 1927- 1937, die "der norwegische Schiffseigner und Walfangmagnat Lars Christensen" finanzierte. Es ging vor allem um die "Erkundung neuer Walfanggründe".

Weiters beansprucht Norwegen auch die Peter-I.-Insel für sich. Diese Rechtsansicht hält Manfred Bermann, Wien 13, für "fadenscheinig", waren es doch nicht einmal Norweger, die die Insel entdeckten. Und: "Ähnlich schwache Argumente für "Gebietsansprüche" haben auch die anderen elf ursprünglichen Signatarstaaten (des 1961 in Kraft getretenen Antarktisvertrags, Anm.). Norwegen "besitzt" die Peter I.-Insel, welche . . . 1933 (anderen Quellen zufolge 1931) "annektiert" wurde. Die vielen Anführungszeichen zeigen schon meine Skepsis bezüglich Besitz, Anspruch und ähnlicher Wörter . . ."

Entdeckt wurde die Insel, so Harry Lang, Wien 12, 1821 vom russischen Seeoffizier Fabian Gottlieb von Bellingshausen (russ. Faddej F. Bellingsgausen). Man benannte sie "nach Zar Peter I. (dem Großen)". 1929 wurde sie von einer norwegischen Expedition betreten, die eine Flagge hisste und das Eiland unter norwegischen Schutz stellte.

Richter i.R. Mag. Peter Michael Rath, Wien 7: Friedliche Forschung ist in der Antarktis erlaubt. "Der kommerzielle Abbau mineralischer Ressourcen wurde . . . 1998 durch das UN-Umweltschutzprotokoll gänzlich verboten."

Unter dem dicken Eis des Südpols liegen riesige Rohstoffvorkommen, an deren Förderung bisher kaum zu denken war. Mit schmelzendem Eis steigt das Interesse daran. Rudolf Freiler, Kirchschlag: "Durch den Antarktisvertrag sind diese Ansprüche derzeit auf Eis gelegt (seltsamerweise ist auch Österreich Mitglied dieses Vertrags, wenn auch nur assoziiert)." Bodenschätze "sind auch der Grund für die vielen "Forschungsstationen" in der Antarktis", die "nur ein Vorwand" sind. "Es geht darum, Flagge zu zeigen." Werden die Bestimmungen "bezüglich der Rohstoffnutzung 2048 nicht verlängert . . ., werden die Forscher wohl sehr rasch durch Prospektoren der . . . Konzerne ersetzt werden."

Zusammenstellung dieser Seite: Andrea Reisner