Dieses Treffen wurde zur Ikone der US-Geschichte: "Unter der großen Ulme von Shackamaxon" unterzeichneten 1683, so Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, William Penn, Gründer Pennsylvanias, und Tamanend, Häuptling der Len(n)i Lenape ("Delaware-Indianer"), einen "richtungsweisenden Vertrag".

Die Szene, die auch im Zentrum der Gemeine-Recherchen zur kleinen Nuss Nro. 349 stand, wurde "ungemein populär", stellt Dr. Helmut Zemann, Kaisersdorf, fest. Ein Gemälde von Benjamin West scheint "so etwas wie ein nationales Identifikationsobjekt in Pennsylvania zu sein". Auch die Populärkultur griff das oft variierte Sujet auf, z.B. in der Werbung.

Warum das Verhalten von William Penn (1644-1718) gegenüber den Indianern als fair erachtet wird, legt Klaus-Peter Josef, Tulln, dar: Seine Verhandlungen waren "ein nur zu seltenes Beispiel friedlichen Landerwerbs in europäischen Kolonialgebieten", wobei dem gebürtigen Londoner "freilich die rege Nachfrage nach europäischen Gütern entgegenkam!"

Die Verträge sind nicht überliefert, einige Historiker zweifeln sogar, dass sie jemals existiert haben. Belegt ist jedoch, dass es für Penns Vorgehen Lob gab, u.a. von Voltaire, wie Gerhard Toifl, Wien 17, feststellte.

Herbert Beer, Wolfpassing: Im Gebiet lebten einst die Susquehannock am gleichnamigen Fluss; das Wort bedeutet "schlammiger Strom". Im 17. Jh. siedelten hier die Lenape. MedR DDr. Othmar Hartl, Linz: 1638 kamen "schwedische Einwanderer . . . 1655 wurde das Territorium beiderseits des Flusses Delaware von den Niederländern annektiert", die später "den Engländern weichen mussten."

Kein Schuldspruch 1670 für Quäker Penn. Repros: I. Friedenberger - © Bild: Bryant: A Popular... , London ca.1878
Kein Schuldspruch 1670 für Quäker Penn. Repros: I. Friedenberger - © Bild: Bryant: A Popular... , London ca.1878

Verfolgte Pazifisten

Der respektvolle Umgang mit den Indianern rührte von Penns religiöser Überzeugung, dem Quäkertum, her. Dazu recherchierte Christine Sigmund, Wien 23: Als Gründervater gilt der Engländer George Fox (1624-1691). "Seine Anhänger nannten sich . . . nach 1652 . . . "Society of Friends" (Gesellschaft der Freunde)." In ihren Augen sind "alle Menschen gleich, auch die Frauen . . . Diskriminierung sowie Gewaltanwendung . . . werden nicht toleriert." Als Kriegsdienstverweigerer erlitten sie in England bis zur "Toleranzakte 1689 schwere Verfolgungen."

Dr. Karl Beck, Purkersdorf: "Als William Penn seinem Vater 1667 mitteilte, dass er nun Quäker sei, brach für den hochangesehenen Admiral eine Welt zusammen. Sein Sohn . . . sollte zu diesen anarchischen . . . Quäkern gehören, die als überaus gefährlich galten und zuhauf die Gefängnisse bevölkerten?"

Zur Herkunft des englischen Begriffs Quaker (dt. Zitterer) - ein Spottname, den die Gruppe dann selbst verwendete - notiert Brigitte Schlesinger, Wien 12: Eine Erklärung ist, dass er sich auf die "heftigen Zuckungen, die sie unmittelbar vor göttlichen Offenbarungen schüttelten", bezog. "Aus Neuengland wies man sie aus oder tötete sie", so zum Beispiel die 1660 in Boston gehängte Missionarin Mary Dyer.

Auch Penn wurde verfolgt. Dr. Josef Litschauer, Wien 10: "Im Anschluss an die Veröffentlichung seines ersten religiösen Textes, "The Sandy Foundation Shaken", wurde er 1668/69 im Londoner Tower gefangen gehalten". 1670 wurde er "erneut . . . verhaftet." Die Geschworenen weigerten sich, Penn für schuldig zu befinden. Sie wurden "anschließend deswegen gefangengesetzt!" Dies "führte in der Folge zur Garantie der Rechte der Geschworenen auf Unabhängigkeit ihres Urteils . . . von den Forderungen des Kronanwalts."

Dr. Alfred Komaz, Wien 19: Ungeachtet dessen hielt sich Penn "am Hof König Karls II. auf und war mit dessen Bruder, dem . . . späteren James II., befreundet. So konnte er . . . vom König ein Darlehen seines Vaters zurückverlangen." Karl II. zahlte "nicht in bar, sondern übereignete Penn 1681 Landgebiete in Nordamerika".

Nach Vater benannt

Zum Namen Pennsylvania erläutert Michael Chalupnik, Sieghartskirchen: Der zweite Teil kommt vom Lateinischen silva (Wald), was auf den Waldreichtum der Region anspielt. "Pennsylvania" bedeute also, fährt Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf, fort, "Penns Waldland", wobei es nicht nach Gründer William Penn benannt ist, sondern nach dessen gleichnamigem Vater.

Pennsylvania war, betont Manfred Bermann, Wien 13, eine "Eigentümerkolonie". Eine solche gehörte im Unterschied zu den Kronkolonien nicht unmittelbar der Krone, sondern wurde einer Handelsgesellschaft oder, wie in diesem Fall, einem Privaten übertragen.

Penn nützte das Land für ein "Heiliges Experiment" ("Holy Experiment"), so Maria Thiel, Breitenfurt. Religionsfreiheit und friedliches Zusammenleben mit den Ureinwohnern hatten Priorität. Ing. Mag. Hermann Schuster, Baden: Neben Quäkern wanderten "v.a. schottisch-irische Gruppierungen und Deutsche ein." So kamen verschiedene Glaubensgemeinschaften: Mennoniten, Baptisten, Böhmische Brüder, Amische etc. Dr. Manfred Kremser, Wien 18: Religionsfreiheit galt für alle Konfessionen, auch für solche, die "in den anderen amerikanischen Kolonien . . . kein volles Bürgerrecht" besaßen (z.B. Katholiken und Lutheraner).