Schönbrunns erster Hippopotamus, Protagonist der September-Zeitreisen, hat es der Gemeine angetan. Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, recherchierte "als kleines Dankeschön" für die Schilderung der "abenteuerlichen Reise von "Hans" 1909 aus dem fernen Afrika nach Wien" einige Details zu Flusspferden. Deren Körper mag zwar plump sein ("1,5-4,5 Meter lang, meist über 3 Tonnen schwer, kurze Beine"), doch nannte die Tüftlerin auch zwei Merkmale, auf die unsereins glatt neidisch werden könnte: Flusspferde können die Nase verschließen und haben dauernd nachwachsende Eckzähne.

Gegen den Titel "Das Nilpferd auf dem Semmering" (der Dr. Manfred Kremser, Wien 18, gleich an das Brettspiel "Das Nilpferd in der Achterbahn" erinnerte) erhob Tierkenner Peter Sobek, Wien 11, Einspruch: "Nilpferd gibt’s kans", ließ er augenzwinkernd (und auf "Kottan" anspielend) wissen. "Das ist ein Flusspferd!" Nilpferd wurde es nur deshalb genannt, "weil man es zuerst im Nil entdeckte und meinte, da nur käme es vor. Irrtum!" Auch im "WZ"-Faksimile aus 1910 war vor einem Monat zu lesen, dass das Tier nur "vulgo Nilpferd" heiße.

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Dr. Helmut Zemann, Kaisersdorf, zählte die Flusspferd-Zeitreise "zu den netten G’schichterln", die gar nicht "so nett und harmlos sind". Denn sie "sagen mehr über den Zeitgeist aus als lehrhafte Abhandlungen." Bei der Zusammenstellung zu Paris und dessen Modernisierung unter Haussmann (Nro. 351) fehlte dem Spezialtüftler allerdings etwas: "Demoliert, korrupt und ausgebeutet ist zu wenig". Denn die Seine-Metropole wie auch andere Städte Mitte des 19. Jh.s "waren kaum mehr bewohnbar, die hygienischen Zustände katastrophal". Die "notwendigen Änderungen waren so gut wie überall nur mit mehr oder weniger Gewalt durchzusetzen . . . Auch in Wien", wo es ebenfalls Korruption und Ausbeutung (Stichwort "Ziegelbehm") gab. "Man mag den alten Gasserln ruhig nachweinen, wohnen möchte man dort eher nicht."

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Damit nach Scheibbs. Auf dem in Nro. 350 präsentierten Ausschnitt der Niederösterreichkarte aus dem frühen 18. Jh. bemerkte Zeitreisender Herbert Peherstorfer, Wien 3, dass sich die Stadt darauf "Scheibs" schrieb. Wie kam es zur Doppelung des b? Tüftler Peherstorfer verweist schmunzelnd auf Fritz von Herzmanovsky-Orlandos altösterreichische Satire "Der Gaulschreck im Rosennetz" (1928). Dort ist zu lesen, dass sich die Scheibbser erfolgreich um ein zweites b bemühten, "da ein paarmal peinliche, sinnstörende Schreibfehler vorgekommen waren". Aber als sie dann frech auch noch einen zweiten Donnerstag beantragten, geriet nicht nur das Amt in helle Aufruhr. Alle Völker auf dem Breitengrad der Stadt im Erlauftal - von Irokesen, über Pariser und Korneuburger bis hin zu Chinesen - befürchteten eine Katastrophe . . .

All jenen, die wissen wollen, wie die Sache ausging und warum Scheibbs fast ein drittes b bekommen hätte, sei das vergnügliche Werk empfohlen.

Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner

Die Tücken von Scheibbs und Paris