Aus 1660 stammt die obere Sternenkarte, die im Grunde bis heute Gültigkeit besitzt. Die Ausschnitte darunter zeigen Vorschläge von Mönch Julius Schiller: Petrus mit Himmelsschlüssel und Noahs Arche. - © Alle Bilder dieses Artikels: A. Cellarius, Harmonia Macrocosmica (1660)/J. Schiller, Coelum Stellatum Christianum (1627)
Aus 1660 stammt die obere Sternenkarte, die im Grunde bis heute Gültigkeit besitzt. Die Ausschnitte darunter zeigen Vorschläge von Mönch Julius Schiller: Petrus mit Himmelsschlüssel und Noahs Arche. - © Alle Bilder dieses Artikels: A. Cellarius, Harmonia Macrocosmica (1660)/J. Schiller, Coelum Stellatum Christianum (1627)

In klirrend kalten Winternächten offenbart der Blick zum Himmelsgewölbe funkelnd, was dem Auge tagsüber verborgen bleibt. Ein großer und ein kleiner Bär tummeln sich neben Zentaurus und der schönen Kassiopeia - vertreten sind zahlreiche antike Sagengestalten, die das Firmament schmücken.

"Das schreit doch zum Himmel", dachte sich vielleicht Julius Schiller (ca. 1580-1627), "wo bleiben die biblischen Figuren?" Er schritt zur Tat und fertigte eine Sternkarte mit christlichen Motiven an. Publiziert wurde sein Vorschlag u.a. im Kompendium "Harmonia Macrocosmica". Dieses Werk des deutschen Kosmographen Andreas Cellarius (ca. 1596-1665) enthält jene Karte nach Ptolemäus, die in der Rubrik KARTEN GELESEN in Nro. 362 zu betrachten war. Grund genug für die Gemeine, die Sternbilder vergangener Nächte ins Gedächtnis zu rufen.

Götter am Firmament

Auftakt gibt Dr. Alfred Komaz, Wien 19: Die Babylonier waren vermutlich die ersten, die sich "mit Astronomie beschäftigt haben, wobei Himmelsphänomene bei ihnen v.a. auch eine religiöse und politische Bedeutung hatten." Als Beispiel nennt der Tüftler den größten Planeten "unseres Sonnensystems, ... der von den Babyloniern mit dem höchsten Gott, Marduk, in Verbindung gebracht wurde". Die alten Römer übernahmen diese Idee und gaben ihm den Namen, den er heute noch führt: Jupiter.

Klaus-Peter Josef, Tulln: Die Bezeichnungen heutiger "Sternbilder am Nordhimmel (= sichtbar auf der nördl. Hemisphäre, Anm.) und in der Äquatorzone stammen überwiegend aus dem griechischen Altertum" oder beziehen sich auf Tiere.

Dr. Karl Beck, Purkersdorf, schließt an: "47 Sternbilder gehen auf Claudius Ptolemäus zurück, der sie um das Jahr 150 in seinem "Almagest" beschrieben hatte." Der Tüftler nennt weitere Namensgeber späterer Epochen: Petrus Plancius (1552-1622); Johann Bayer (1572-1625) in der "Uranometria"; Johannes Hevelius (1614-1687), Begründer der Kartographie des Mondes und Bierbrauer; Nicolas Louis de Lacaille (1713-1762) benannte vor allem Sternbilder am Südhimmel.

Sternenkundler blicken gen Himmel.
Sternenkundler blicken gen Himmel.

Josef statt Oriongürtel