Hier ist eine neue Welt - hier ist das Paradies!" Ein gewisser Lucas Čeč war begeistert, als er die Untiefen des Naturspektakels entdeckte, das u.a. Gegenstand der Zusatzorchidee der Nro. 370 war.

Die Gemeine begab sich auf Spurensuche rund um Küllenberg, St. Peter und Adelsberg. Friedrich Faulhammer, Wien 18, hält fest: Alle drei Orte "liegen heute in Slowenien". MedR DDr. Othmar Hartl, Linz, notiert: In einem von ihnen befindet sich das Naturwunder, die "Adelsberger Grotte, auf Slowenisch ... Postojnska jama." Ing. Karl Stöckner, Wien 13, setzt fort: Es handelt sich um eine der größten "erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt". Maria Thiel, Breitenfurt, gibt das Ausmaß der steinernen Attraktion an: "Über 20 Kilometer" erstrecken sich die Wege im Untergrund.

Die Bahnfahrt im Untergrund begeistert seit 1872. - © Bild: Postojna Cave Archive
Die Bahnfahrt im Untergrund begeistert seit 1872. - © Bild: Postojna Cave Archive

Mathilde Lewandowski, Payerbach, liefert Details zu Adelsberg: "Postojna ist eine Stadt und Gemeinde ... des ehemaligen Kronlandes Krain, ungefähr 50 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Ljubljana (Laibach)." Zu den beiden anderen Ortsnamen geben Michael Chalupnik, Sieghartskirchen, sowie Volkmar Mitterhuber, Baden, an: Küllenberg ist heute als Kilovče, St. Peter in Krain als Pivka auf den Landkarten verzeichnet.

Topograph Adolf A. Schmidl (1802-1863). - © Bild: Archiv
Topograph Adolf A. Schmidl (1802-1863). - © Bild: Archiv

Ing. Helmut Penz, Hohenau/March, präzisiert: "Kilovče ist ein kleines Dorf nördlich von Prem in der Gemeinde Ilirska Bistrica", Pivka eine Ortschaft in der Küstenregion Primorska.

Dr. Manfred Kremser, Wien 18, kennt Ilirska Bistrica als "oft zwischen Wien und Triest Reisender ... aus eigener Anschauung". Der deutsche Name, "Illyrisch Feistritz, stammt aus der Verwaltung unter Österreich von 1816 bis 1849." Auch Dr. Alfred Komaz, Wien 19, kennt die Gegend von Reisen. Dem Tüftler ist "der Bahnhof von Pivka ... beim bloßen Vorbeifahren ... immer etwas überdimensioniert erschienen". Erklärung dafür ist "seine Funktion in der Monarchie". Dort trennten sich "die Hauptlinie der Südbahn nach Triest und die (Neben-)Strecke nach Fiume/Rijeka".

Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, gibt zu bedenken: "Im historischen Herzogtum und Kronland Krain wurde bis 1918 zu etwa 94% slowenisch gesprochen und die Ortsnamen bei der Bevölkerungsmehrheit ... natürlich in ihrer slowenischen Form verwendet ... Während der vorübergehenden italienischen Verwaltung erhielten sehr viele Ortschaften auch italienische Namen - Adelsberg hieß etwa Postumia". Zeugnis davon geben "etliche Reiseführer", in denen "oft drei Ortsbezeichnungen aufscheinen."

Sagenhafte Felsenburg

Zu Adelsberg hält Dr. Edwin Chlaupek, Wien 3, fest: Es "ist bekannt wegen seines immensen Tropfsteinhöhlensystems ... und der sogenannten Höhlenburg (Predjamski grad)", auch Burg Lueg(g).

Zur genannten Festung recherchierte Gerhard
Toifl, Wien 17
: Es handelt sich um "die größte Höhlenburg der Welt." Sie liegt "inmitten einer 123 Meter hohen Felswand. Über ... unterirdische Gänge ist sie mit der darunterliegenden Höhle verbunden. Die Burg ... diente im 15. Jh. ihrem ... Besitzer Erasmus von Luegg als Unterschlupf."

Dieser, so erzählen alte Chroniken, fiel am Hof der Habsburger in Ungnade, als er den Erbmarschall von Pappenheim im Streit ermordete. Luegg zog sich in sein felsiges Domizil zurück, das als uneinnehmbar galt. Von nun an machte der Burgherr die Gegend unsicher - als eine Art "Robin Hood", heißt es mitunter. Schließlich beauftragte man den Hauptmann zu Triest, Caspar Rauber, dem üblen Treiben ein Ende zu setzen. Kein leichtes Unterfangen, denn der Bedrohte versorgte sich heimlich durch unterirdische Gänge.

Nach langer Ratlosigkeit, wie die Burg einzunehmen wäre, konnte Rauber eine Schwachstelle in der Felswand ausfindig machen. Der Hauptmann griff zu schwerem Geschütz und setzte die Mauer unter Beschuss. Mit tödlichem Ausgang: Erasmus lag unter den Trümmern begraben.

Rätsel um Inschrift

Der Höhlenforscher Adolf Anton Schmidl (1802-1863) widmete sich dem Karst. Zu dem Thema schrieb er u.a. 1853 in einem Feuilleton in der "Wiener Zeitung"-Spätausgabe. Die Verbindung zu unserem Blatt lag nahe, denn Schmidl wurde im Sommer 1848 als eine Art Staatskommissär in der Position eines Redakteurs eingesetzt - damals begann die habsburgische Reaktion im Revolutionsjahr wieder stärker zu agieren. Die Auflage unter ihm sank drastisch - die Höhlenforschung lag ihm wohl näher.

Zur "alten Grotte", also dem am längsten bekannten Teil der Höhle, hielt Schmidl in einer Veröffentlichung aus 1854 fest, dass Inschriften auf eine vermeintliche Entdeckung im Jahr 1213 hindeuten. Schmidl dazu: "Die Richtigkeit dieser Angabe wird billig bezweifelt und höchst wahrscheinlich ist die Jahrzahl 1413 zu lesen". Der Topograph merkt tröstend an: "Es verschlägt übrigens dem Ruhme der Grotte nichts, wenn wir (. . .) die Entdeckung selbst aus dem 13. in das 15. (. . .) Jahrhundert herabrücken".