Quadratur des Kreises

Welchen Gewinn man u.a. für die Geschichte der Aeronautik aus dem "Diarium" ziehen kann, zeigte Martin Scheutz, Historiker an der Uni Wien und ebenfalls an der Konzeption der Konferenz beteiligt, mit seinem Beitrag über den Luftfahrer und Feuerwerker Johann Georg Stuwer.

Doch das Interesse galt nicht nur Inhalten der historischen Zeitung. Einige präsentierte Projekte werden hier gesondert vorgestellt.

Und nicht zuletzt sei erwähnt, dass auch Sie, liebe Gemeine, Gegenstand der Konferenz waren, durften doch zwei der Gestalterinnen des Geschichtsfeuilletons, Christina Krakovsky und Andrea Reisner, u.a. von der Arbeit mit dem "Diarium" berichten. Das Interesse galt vor allem dem Unikum der aktiven Leserbeteiligung. Besondere Neugierde erweckte die Frage, wie es möglich ist, zum Teil sehr verschiedene Aussagen zu einem bestimmten Thema zusammenfließen zu lassen, ohne dass eine Richtung zu kurz kommt. Nun, liebe Tüftlerinnen und Tüftler, Sie kennen zweifellos diese Problematik und wissen auch die (Not-)Lösung: Das Zeitreisenteam arbeitet hier an der Quadratur des Kreises. Und, wie es scheint, macht das der Gemeine nicht selten Freude!

Von Hetze bis Erdbeben

Im Rahmen der Tagung wurden auch die Ergebnisse präsentiert, zu denen Studierende der Geschichtswissenschaften an der Uni Wien in ihrer Beschäftigung mit dem "Diarium" gelangt waren. Sie hatten sich im Laufe des vergangenen Wintersemesters in einer Lehrveranstaltung, geleitet von Claudia Resch und Martin Scheutz, mit unserem Blatt im 18. Jahrhundert auseinandergesetzt. Das Zeitreisenteam durfte dem Seminar im Jänner einen Besuch abstatten. Hier ein Überblick über die Themen, für die sich der wissenschaftliche Nachwuchs interessiert:

Michael Hödl widmete sich dem Titelkopf unseres Blattes im Wandel der Zeit und stellte u.a. fest, dass das Verschwinden des Adlers "Indiz für politische Veränderungen" ist, z.B. als Habsburg nach dem Tod Karls VI. die römisch-deutsche Kaiserkrone verlor oder während der Besetzung Wiens durch Napoleon.

Die Tierhetze als theatralische Unterhaltungsform beschäftigte Theresa Jell, die die Entwicklung dieser blutigen Belustigung verfolgte. "Um auf das Hetzspektakel aufmerksam zu machen, wurden sogenannte Hetzzettel im . . . Diarium veröffentlicht."

Melanie Fitz richtete ihr Augenmerk auf den Fasching im "Wien(n)erischen Diarium" 1741ff, verfolgte die Berichterstattung über Bälle, Opern, Singspiele, Komödien etc. und stieß auch auf die 1744 im Blatt publizierte "Fasching- oder Ball-Ordnung".