Der freie Handel sollte jedoch, führt Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, aus, "bald wieder Schiffbruch erleiden". Dazu beigetragen haben Frankreichs Niederlage 1870/71, "der Börsenkrach 1873, das Platzen von Spekulationsblasen durch Rezession und Deflation". 1892 kündigte Frankreich den Cobden-Chevalier-Vertrag sowie andere Handelsabkommen. "Im Wesentlichen hielt dann nur mehr Großbritannien am Freihandel fest."

Dr. Edwin Chlaupek, Wien 3, mit einem Fazit: "Die Rückkehr zum Protektionismus war damit wieder en vogue."

Gassenpolitik

Fakt ist, dass die Diskussion um den Freihandel zu Cobdens Lebzeiten international hohe Wellen schlug. Die "Wiener Zeitung" berichtete Mitte des 19. Jahrhunderts ausführlich über Debatten im englischen Parlament zu dem Thema - durchaus positiv. So z.B. am 9. Juli 1847: "Das System des freyen Handels hat an und für sich nichts Gefährliches, so wenig als die Eisenbahnen".

In Wiens Zentrum wurden Cobdens Verdienste 1865 mit einer Gassenbenennung honoriert. Dazu Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf: "Die Cobdengasse verläuft parallel zum Parkring von der Zedlitzgasse bis zur Liebenberggasse." Sie war im Zuge der Stadterweiterung entstanden - neues Territorium sozusagen.

Zusammenstellung dieser Rubrik: Barbara Ottawa