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093 - Masterarbeit oder Gaming-WE?

Wäre Künstliche Intelligenz nicht nur innovativ, sondern auch umweltschonend, wäre das ein echter Wendepunkt. Die Informatikerin Ivona Brandic zeigt mögliche Wege dorthin.

24 Min

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Künstliche Intelligenz braucht im Moment noch sehr viel Strom und Ressourcen.
© Illustration: WZ, Bildquelle: Adobe Stock

„Mittlerweile ist es schon so, dass Elektrizität die neue Währung ist“, sagt Ivona Brandic in dieser Folge des WZ-Podcasts „Weiter gedacht“ in Bezug auf die Künstliche Intelligenz (KI). Die Informatikerin von der Technischen Universität Wien hat sich als eine der Ersten dem Thema Nachhaltigkeit in der IT, konkret bei der KI, verschrieben – was früher belächelt wurde, sei heute die Zukunft, meint sie.

Ein möglicher Weg dorthin wäre ein Hybridsystem aus herkömmlichen Computern und Quantencomputern, wobei Letztere um ein Vielfaches effizienter seien. Mindestens genauso wichtig sei aber auch, sagt Ivona Brandic, ganz konkret zu prompten und die User:innen in diese Richtung zu trainieren. Denn jede Prompt-Anfrage an ChatGPT koste einen Teelöffel Wasser.

WZ-Host Petra Tempfer hat mit Ivona Brandic gesprochen und führt gemeinsam mit Mathias Ziegler durch diese Folge. Produziert von „hört hört!“.

Die Informatikerin Ivona Brandic (r.) bei der Aufnahme mit WZ-Host Petra Tempfer.
Die Informatikerin Ivona Brandic (r.) bei der Aufnahme mit WZ-Host Petra Tempfer.
© Mathias Ziegler

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Infos und Quellen

Genese

„Welches Thema würde dich für eine Podcast-Folge interessieren?“, fragte WZ-Redakteurin Petra Tempfer den unternehmensinternen IT-Spezialisten Alexander Kurmayer, als er gerade im Podcast-Studio ein technisches Problem behob. „Dass Künstliche Intelligenz so viele Ressourcen braucht“, antwortete er spontan, „und, welche Lösungen es schon gibt: Das würde mich interessieren.“ „Mich auch“, meinte Petra Tempfer – und die Suche nach einer Person, die darauf Antworten weiß, startete.

Gesprächspartnerin

Ivona Brandic ist Informatikerin am Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme der Technischen Universität Wien und leitet die Forschungsgruppe für Nachhaltigkeit in der IT.

Daten und Fakten

  • Eine Anfrage bei ChatGPT benötigt drei- bis zehnmal so viel Strom wie eine normale Google-Suche und produziert etwa 4,5 Gramm CO2. Die großen amerikanischen Tech-Riesen räumten bereits ein, dass der KI-Boom der vergangenen Jahre zum deutlichen Anstieg ihrer Treibhausgasemissionen geführt hat (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft).
  • Ab Herbst können an der Universität Innsbruck Studierende aller Fachrichtungen lernen, einen Quantencomputer zu programmieren. Dafür steht ein Quantenrechner zur Verfügung (Universität Innsbruck).
  • Die Funktionsweise eines Quantencomputers läuft anders als bei herkömmlichen Computern nicht auf elektronischer Ebene, sondern auf physikalischer Teilchenebene ab. Es sind spezielle Rahmenbedingungen notwendig, damit die quantenmechanischen Eigenschaften eines Quantencomputers gehalten werden können. So bestehen beispielsweise Quantencomputer, die auf supraleitenden Qubits (die Informationseinheit in Quantencomputern) basieren, aus mehreren Kammern, von denen die unterste auf eine Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt von minus 273 Grad Celsius heruntergekühlt wird (Fraunhofer-Institut für Kognitive Systeme IKS).

Quellen

Das Thema in der WZ

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