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Die perfekte Insta-Mom - nur für die anderen?

Genese

WZ-Redakteurin Petra Tempfer hat selbst drei Kinder und den Wandel, was die Gesellschaft bei der Kindererziehung als richtig" und als falsch" ansieht, miterlebt. Doch was ist jetzt richtig und was falsch? Und inwiefern spielt dabei der gesellschaftliche Druck eine Rolle? Im ersten Doppelinterview des Podcasts „Weiter gedacht" suchte sie nach Antworten aus Sicht einer Psychologin und eines Psychoanalytikers.

Gesprächspartner:innen

Psychoanalytiker Wilfried Datler und Psychologin Astrid Wirth im Podcast-Studio.
Psychoanalytiker Wilfried Datler und Psychologin Astrid Wirth im Podcast-Studio.
© Rainer Klement

Astrid Wirth ist Psychologin am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien und hat eine Professur inne.

Wilfried Datler ist Professor und Leiter des Arbeitsbereichs Psychoanalytische Pädagogik am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien.

Daten und Fakten

Erziehungsstile (socialnet.):

permissiv: Beim permissiven Erziehungsstil üben Eltern wenig Kontrolle aus, stellen wenige Ansprüche, zeigen aber Wärme und Nähe.

vernachlässigend: Beim vernachlässigenden Erziehungsstil sind die Eltern nicht fordernd und nicht kontrollierend und zeigen wenig Wärme.

autoritär: Eltern mit einem autoritären Erziehungsstil sind kontrollierend und distanziert und zeigen weniger Wärme gegenüber ihren Kindern.

autoritativ: Der autoritative Erziehungsstil ist gekennzeichnet durch eine Kombination aus starker Kontrolle und hohen Ansprüchen einerseits, sowie Wärme, Rationalität und positiver Bestärkung andererseits.

Quellen

  • Archiv:

    Darüber, was für das Kind förderlich ist, herrschten im 19. Jahrhundert andere Ansichten als heute. Am 30. Jänner 1884 berichtete die Wiener Zeitung auf Seite 3 über ein neues Buch zur Kindererziehung folgendermaßen: Im Verlage der k. k. Hofbuchhandlung K. Prochaska in Wien und Teschen erschien soeben ein 141 Seiten starkes Büchlein unter dem Titel: „Die Kindererziehung mit besonderer Rücksichtnahme auf die Charakterbildung. Ein Leitfaden für Eltern zur leiblichen und geistigen Gesundheitspflege ihrer Kinder. Von Kathinka Freifrau von Rosen.“ Das Büchlein verspricht und bietet keine schulmäßige Erziehungslehre, sondern Ratschläge, welche aus praktischer Lebenserfahrung und umsichtiger Beobachtung abstrahiert sind. „Ich habe – sagt die Verfasserin – im Laufe der Jahre Gelegenheit gehabt, das häusliche Leben zahlreicher Familien aus den verschiedenen Klassen der Gesellschaft zu beobachten – viel Erfreuliches fand ich nicht. Die große Anzahl unvernünftiger Mütter und schlecht erzogener Kinder haben mich veranlasst, meine Ansichten über Kindererziehung und Familienleben zu veröffentlichen.“ Mögen dieselben die verdiente Beachtung finden.

    Screenshot der Textpassage zur Buchvorstellung einer Neuerscheinung zur Kindererziehung von Kathinka Freifrau von Rosen.
    „Die große Anzahl unvernünftiger Mütter und schlecht erzogener Kinder" sei der Grund für den Erziehungsratgeber gewesen, schreibt die Verfasserin in der WZ.
    © 30. Jänner 1884, Seite 3, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek
    • Johanna Haarer: Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind (dieser Erziehungsratgeber wurde in der Zeit des Nationalsozialismus verfasst und spiegelt die damaligen Ansichten von der Schwangerschaft bis zur Pflege des Säuglings wider; 1961 erschien eine von Johanna Haarer überarbeitete Neuauflage mit dem Titel: Die Mutter und ihr erstes Kind)

Das Thema in der WZ

Über Nazi-Erziehungsideale, die nicht weichen, schreiben WZ-Redakteur Michael Schmölzer und WZ-Redakteurin Anja Stegmaier.

Das Thema in anderen Medien


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