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034 - Schmutzige Kinder leben gesünder

Du steigst in den Bus. Du greifst zuerst die eine Haltestange an, dann die andere. Nach ein paar Stationen drückst du den Halteknopf. Am Weg zur Tür musst du dich wieder an einer Haltestange festhalten, um nicht umzufallen, weil der Bus plötzlich bremst. Rund um dich herum husten und niesen Erwachsene und Kinder. Und du möchtest dir in diesem Moment gar nicht vorstellen, wie viele und welche Bakterien und Viren rund um dich herumfliegen und auf den Haltegriffen und Knöpfen des Busses kleben, die du gerade berührt hast. Welche es tatsächlich sind und warum sie vor allem für den Aufbau des Immunsystems der Kinder so wichtig sind, erklärt die Hygienikerin Miranda Suchomel von der MedUni Wien im Gespräch mit Host und WZ-Redakteurin Petra Tempfer.

24 Min

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Eine Illustration eines Kindes, das mit Gummistiefeln durch den Schlamm geht und Viren aufwirbelt.
Ständig jeden und alles zu desinfizieren, ist kontraproduktiv.
© Illustration: WZ, Bildquelle: Midjourney

Wie viele Bakterien und Viren im Bus oder Taxi mitfahren, kann man nicht beziffern. Tatsache ist jedoch, dass nicht alle gefährlich seien, sagt die Hygienikerin Miranda Suchomel von der MedUni Wien in dieser Podcast-Folge zu WZ-Redakteurin Petra Tempfer. Ganz im Gegenteil: „Wir wissen, dass banale Erkältungsinfektionen gut sind, damit das Immunsystem lernt und und geschult wird, sagt Suchomel. Kinder wieder mehr im Schmutz spielen zu lassen, sei daher wichtig und gut.

Das Geheimnis eines guten Immunsystems sei vor allem das Mikrobiom: die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die in und auf jedem Menschen leben. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das laut Suchomel: Überall, wo körpereigene, „guteBakterien sitzen, können keine „schlechten Platz greifen. Sie bilden einen Schutzschild.

Ständig jeden und alles zu desinfizieren, sei kontraproduktiv. Denn die Konzentration der Wirkstoffe in den gängigen Desinfektionsmitteln sei so gering, dass die Keime Resistenzen dagegen entwickeln können, wodurch sie stärker werden und sich noch mehr vermehren, sagt Suchomel. „Wir bringen sie nicht um, wir ärgern sie nur.

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