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010 - Sommer, Sonne und ein Mord

Am Strand liegen, mit einem guten Krimi in der Hand - so stellt man sich Urlaub vor: Gemeinsam mit dem/der Kommissar:in unterm Sonnenschirm die Täter:innen finden. Aber was zeichnet gute Krimis oder Thriller aus, welche Herangehensweisen unterscheidet man bei der Täter:innen-Suche, und welche Bücher eignen sich am besten als Strandlektüre? Um das herauszufinden, hat WZ-Redakteurin Petra Tempfer den Kultur-Experten Edwin Baumgartner ins Podcast-Studio eingeladen, der auch Redakteur der WZ ist. Eins gleich vorweg und ohne zu spoilern: Für die perfekte Spannung braucht es nicht unbedingt eine Leiche.

38 Min

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Wie ein Kriminalfall schließlich gelöst wird, kann über „Whodunit" oder „Howcatchem" passieren.
© Illustration: WZ, Bildquelle: Midjourney

„Nur der Mond war Zeuge" der Engländerin Josephine Tey gilt als ein Meisterwerk der Spannungsliteratur - obwohl es gar keine Leiche gibt. Denn um Spannung aufzubauen, brauche es viel mehr als einen Mord, sagt Kultur-Experte Edwin Baumgartner im Gespräch mit Host Petra Tempfer. Freilich gibt es auch gute Krimis oder Thriller, bei denen es um mysteriöse Todesfälle oder Serienkiller:innen geht. Die Kunst dabei ist jedoch laut Baumgartner stets, nicht nur die Auflösung eines Kriminalfalles, sondern eine Geschichte in der Geschichte zu erzählen - zum Beispiel Historisches oder Familiendramen hineinzupacken. Deshalb sind Krimis nicht automatisch Schundlektüre, sondern haben oft ein hohes literarisches Niveau.

Wie ein Kriminalfall schließlich gelöst wird, kann über „Whodunit" oder „Howcatchem" passieren. Also „Wer hat`s getan?" oder „Wie fängt man ihn?", wobei Letzteres besser im Film funktioniert. Paradebeispiel ist die Fernsehserie „Inspector Columbo": Der/die Zuschauer:in weiß, wer die Täter:innen sind, und begleitet den/die Detektiv:in dabei, wie diese:r die Mörder schnappt. Es gibt allerdings auch Bücher, die auf dem „Howcatchem"-Prinzip basieren. Und selbst für Menschen, die keine Krimis mögen, hat Baumgartner Strandlektüre-Tipps.


Infos und Quellen

Genese

Sommer bedeutet für viele Urlaub und damit endlich die Zeit, zu lesen - Krimis oder Thriller zum Beispiel. Das hat sich auch WZ-Redakteurin Petra Tempfer gedacht und bemerkte dabei schnell, dass viele Krimis nicht die Spannung halten, die sie versprechen. Deshalb hat sie sich auf die Suche nach Tipps für richtig gute Spannungslektüre begeben.

Gesprächspartner

Kultur-Experte Edwin Baumgartner im Podcast-Studio von Missing Link.
Kultur-Experte Edwin Baumgartner im Podcast-Studio.
© Rainer Klement

Edwin Baumgartner hat Musik-, Theaterwissenschaft und Komposition studiert. Seit mehr als 30 Jahren ist er bei der WZ als Redakteur tätig. Seine Kompositionen wurden in Europa und Asien aufgeführt. Zusätzlich hat er zwei Bücher geschrieben, die im Claudius-Verlag herausgekommen sind: „Schmäh und „Wiener Wahn“ befassen sich mit den Untiefen der Wiener Seele; zusammen mit den Autorinnen Doris Kloimstein und Ingrid Schramm hat er bei Goldegg den Band „Nennen wir ihn Rumpelstilzchen“ mit kuriosen Geschichten über Schriftsteller:innen herausgebracht.

Daten und Fakten

Fünf Krimis für Menschen, die keine Krimis mögen:

Weitere erwähnte Krimis:

Quellen

Archiv:

  • Aus dem Archiv der Wiener Zeitung vom 31. Oktober 1866 (Seite 6):

    In der Wiener Zeitung ging es auch manchmal wie in einem Krimi zu. Am 31. Oktober 1866, also in dem Jahr, in dem „Schuld und Sühne“ des russischen Autors Fjodor Michailowitsch Dostojewski entstand, schrieb sie unter dem Titel „Ein Drama im Waldrevier“ auf Seite 6: Am 30. Juni dieses Jahres vormittags gegen 8 Uhr ging der gräflich Hänkel`sche Förster Otto Babler mit seinem Forstgehülfen Anton Amon und dem Revierförster Johann Hartner auf die Hohenwart-Alpe, um auf Wildschützen zu passen und kehrte […] in die sogenannte Grünhütte ein. Nachmittags gegen 5 Uhr verließen die Genannten die Hütte, gingen der Höhe zu und hörten bald darauf einen Schuss. Als der Rauch sich verzogen hatte, erblickten sie einen Menschen, den sie darauf verfolgten. […] Als Babler sah, dass der Wildschütz davonlief, befahl er dem Jäger Amon, demselben in die Füße zu schießen. […] Hierauf rief Babler dem Amon zu: „Noch einmal schießen!“ Da spannte denn Amon den linksseitigen Lauf seiner Doppelbüchse, zielte, wie er selbst angibt, tief hinter den Füßen des Wildschützen, drückte los, der Schuss fiel, und der Wildschütz stürzte nach vorwärts zusammen, worauf die drei Jäger den Verunglückten […] liegen ließen. Dieser starb bereits am 1. Juli und wurde als ein verheirateter gräflich Egger`scher Bergknappe erkannt.

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