Zum Hauptinhalt springen

021 - Wie sich die Ukraine auf den Winter vorbereitet

Die Ukraine steht vor einem weiteren Winter mit schweren Drohnenangriffen. Wie sich die Bevölkerung darauf vorbereitet, inwieweit ein normales Leben unter diesen Bedingungen möglich ist und wie sich der Krieg auf das Zusammenleben auswirkt, erklärt die Stadträtin der 400.000 Einwohner-Stadt Vinnytsia, Svitlana Yarova, im Gespräch mit WZ-Redakteur und Host Bernd Vasari.

25 Min

Auf einer anderen Plattform anhören:

Wie gut ist die Ukraine auf russische Luftangriffe vorbereitet?
© Illustration: WZ, Bildquelle: Midjourney

Bunker unter jeder Schule, jedem Kindergarten und jedem Krankenhaus. Zelte, in denen Suppen ausgeschenkt werden. Zentren mit psychologischer Betreuung. Eine App, die mittels Sirene vor Bombenangriffen warnt. Ukraineweit haben sich Gemeinden auf den Winter vorbereitet, bei dem vermehrt russische Luftangriffe drohen. Darunter auch die 400.000 Einwohnerstadt Vinnytsia, 250 Kilometer südwestlich von Kiew.

Einblicke in die Vorbereitungen gibt Stadträtin Svitlana Yarova im Gespräch mit WZ-Redakteur und Host Bernd Vasari. Sie erzählt über die Momente als der Krieg losging und über den verheerenden Raketenangriff vor mehr als einem Jahr. „Es tut immer noch weh", sagt Yarova, die bei dem Angriff eine enge Freundin verloren hat. Die russischen Angriffe bringen Leid über die Bevölkerung, gleichzeitig beschleunigen sie aber auch die Technologisierung. „Die ukrainische Gesellschaft ist digital vernetzt wie nie zuvor", sagt die Stadträtin. Der Weg zum Amt sei nicht mehr nötig, die meisten Dinge können online erledigt werden.

Für Yarova führt kein Weg an einem EU-Beitritt der Ukraine vorbei: „Wir kämpfen für europäische Werte und Demokratie", sagt sie. „Dafür geben die Ukrainer:innen jeden Tag ihr Leben. Wir können uns gar nicht vorstellen, was unsere Soldaten erleben."


Infos und Quellen

Genese

WZ-Redakteur Bernd Vasari besuchte Vinnytsia im Jahr 2015 im Zuge einer Recherche für die WZ zum Thema Mobilitätswende. Mit dem russischen Raketenangriff vor mehr als einem Jahr ist der Krieg nun auch in dieser ukrainischen Stadt angekommen. Bei der Europäischen Woche der Regionen und Städte in Brüssel traf Vasari auf die Stadträtin Svitlana Yarova. Sie hatte Zeit für ein Gespräch.

Gesprächspartnerin

Ein Foto von Svitlana Yarova, Stadträtin von Vinnytsia.
Svitlana Yarova.
© Copyright: EU | Giedrė Daugėlaitė

Svitlana Yarova ist Finanz- und Budget-Stadträtin der 400.000 Einwohnerstadt Vinnytsia, 250 Kilometer südwestlich von Kiew.

Quellen

  • Aus dem Archiv der WZ vom 9. Februar 1918:

Der erste Friedensschluss im Ersten Weltkrieg fand am 9. Februar 1918 statt. Auf der einen Seite das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn, auf der anderen Seite, die Ukraine, die sich wenige Wochen zuvor vom russischen Reich für unabhängig erklärte. Mit dem sogenannten Brotfrieden, mit dem sich das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn umfangreiche Getreidelieferungen zusichern, wird die Ukraine erstmals als eigener Staat anerkannt. Am selben Tag berichtete auch die Wiener Zeitung darüber, auf der Titelseite ihrer Beilage, der Wiener Abendpost:

In frühester Morgenstunde ist heute der Friedensabschluss mit der Ukraine erfolgt. Überall wird dieser Botschaft frohen Herzens gelauscht werden, die endlich jenen Friedenswillen, in dem sich Millionen und Millionen, sei es laut, sei es still, einig wissen, durch eine erfolgreiche Tat zu verwirklichen beginnt. Der Friede wird von uns mit einem Staatsgebilde abgeschlossen, dessen feste Formung sich verheißungsvoll von den vagen Augenblickserscheinungen des in Auflösung begriffenen nördlichen Russland abhebt. Der Vertrag stellt die fruchtbaren Beziehungen fest, die unsere Monarchie mit der Ukraine, einen künftigen macht- und leistungsfähigen Nachbarn, verknüpfen, Beziehungen, die für unsere wirtschaftlichen Entwicklungen und Ziele bedeutsam werden dürften.

© 9 Februar 1918, Seite 2, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek
© © 9 Februar 1918, Seite 2, ANNO/Österreichische Nationalbibliothek

Das Thema in anderen Medien


Habt ihr Fragen oder Vorschläge für unsere nächsten Folgen? Dann schickt uns eine Sprachnachricht über WhatsApp. Die Nummer lautet: +43 664 834 8344. Unseren Podcast könnt ihr auf Spotify, Apple, Google und anderen Plattformen kostenlos abonnieren.

Wir bitten um Feedback unserer Hörer:innen an feedback@wienerzeitung.at