"Wiener Zeitung": An den Unis sind gerade Semesterferien – waren Sie heuer schon mit dem Tiroler Landeshauptmann Skifahren?
Karlheinz Töchterle: Ja, zweimal. Wir haben eine Skitour gemacht und in Kitzbühel sind wir gemeinsam vor dem Rennen die Streif-Abfahrt gefahren.

Dabei haben Sie einander ja auch besser kennengelernt – waren Ihre politischen Anfänge auf der Piste?
Stimmt, wir sind schon, als ich Rektor war, ab und zu gemeinsam Skitouren gegangen. Also nicht auf der Piste, eher im Tiefschnee.

Jetzt führen Sie sein Personenkomitee bei den Landtagswahlen in Tirol – was schätzen Sie an ihm?
Er ist ein feiner und angenehmer Gesprächspartner, hat Erfahrungen auf allen politischen Ebenen – von der Kommunalpolitik bis zum Ministeramt. Klare und harte Positionierungen geht er eher selten ein. Kompromisse einzugehen ist ein Gebot der Demokratie und gleichzeitig ihr Dilemma: Viele wünschen sich eindeutige Lösungen und meinen, diese wären die richtigen Lösungen.

Zur Bildungspolitik: Wann kommt die Gesetzesnovelle, welche die Fusion von Unis ermöglichen soll? Was ändert sich durch sie?
Wir wollen sie vor dem Sommer unter Dach und Fach bringen. Wir ermöglichen mit der Novelle eine Änderung der Organisationsform, das bringt Ersparnisse. Aber der Hauptaspekt ist wissenschaftliche Stärke und Sichtbarkeit. In der Wissenschaft ist Größe auch Stärke; "big is beautiful". Nicht ohne Grund überlegt Rektor Harald Kainz von der TU Graz, eine Dachmarke für die steirischen Unis zu schaffen (Anm.: Uni Graz, TU Graz, Meduni Graz und Montanuni Leoben). Fusionieren die beiden großen, starken Unis in Innsbruck (Anm.: die Leopold-Franzens-Universität mit der Medizinischen Uni), würden sie im Ranking in einigen Jahren um mehrere Zehner-Plätze nach oben schießen. Der Trend zur Kooperation und Konzentration ist ein europaweiter. Analog dazu gibt es Empfehlungen des österreichischen Wissenschaftsrates. Wir wollen Fusionen aber nicht von oben verordnen, sondern nur ermöglichen.

Wieviel Einsparungspotenzial bieten Uni-Zusammenlegungen?
Gewaltige Summen. Allein das Einsparen einer Führungsebene - Rektorat, Uni-Rat plus Stäbe - spart jedenfalls eine Million Euro pro Jahr. Da spreche ich noch nicht von EDV- oder anderen Verwaltungseinheiten. Aber jeder der sein Leiberl verliert, kämpft. Das ist verständlich. Das ist der Hauptgrund, warum der Betriebsrat der MedUni Innsbruck so sehr gegen diese Fusion agiert. Aber man muss niemanden entlassen, sondern kann einfach nicht nachbesetzen.