Wien. Es ist dieses hohe Surren eines Zahnarztbohrers, das bei so manchem blanke Angst auslöst. In der nun fertiggestellten Bernhard-Gottlieb-Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der MedUni Wien surrt es aus dem Behandlungsbereich im neu errichteten Trakt, wo 100 Patienten gleichzeitig behandelt werden können. Den denkmalgeschützten Bereich - das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude, das ursprünglich als Garnisonsspital errichtet worden war - hat die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) jetzt saniert. Die Fertigstellung nach sieben Jahren nahmen Christiane Druml, Vizerektorin der MedUni Wien, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und BIG-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss zum Anlass, um über den aktuellen Stand der Uni-Bauprojekte zu informieren: Mehr als eine Milliarde Euro würden in 42 Großprojekte investiert.

Insgesamt 80 Millionen Euro sind in die Uni-Zahnklinik geflossen, an der bereits der Zahn der Zeit genagt hatte. Nun ist der denkmalgeschützte Bereich um einen modernen Trakt erweitert, wodurch sich die Fläche von 14.000 auf 23.800 Quadratmeter vergrößert hat. Der Neubau wurde auf dem ehemaligen Hof platziert, die Klinik ist nun über die Sensengasse statt wie bisher über die Währinger Straße zugänglich.

Daher wurde auch der Vorplatz neu gestaltet, über den man zur glasüberdachten Eingangshalle gelangt. Diese verbindet Alt- und Neubau und führt zu sämtlichen Einrichtungen der Zahnklinik: Zum Zubau etwa, wo im Erd- und ersten Obergeschoss die in Kojen unterteilten Behandlungsbereiche untergebracht sind. Jährlich werden hier an mehr als 25.000 Patienten behandelt. Die Studenten sind je einer Koje zugeteilt und werden von Medizinern beaufsichtigt und angeleitet.

Österreichweit sind im Uni-Bereich zehn Bauten mit einem Volumen von 630 Millionen Euro in Ausführung und Projekte mit einem Volumen von über einer halben Milliarde Euro in Planung. Usus sei, dass die BIG die Baukosten trage, diese jedoch durch Mietzahlungen der Unis refinanziert würden. Das derzeit größte Projekt, das im 3. Quartal 2013 fertiggestellt werden soll, ist die neue Wirtschaftsuniversität (WU) zwischen Prater und Messe.

Die Nachnutzung der alten WU in Wien-Alsergrund ist noch nicht ganz fix. Geplant ist, dass die Akademie der Bildenden Künste und die Universität für angewandte Kunst während der Sanierung ihrer eigenen Gebäude - die nächsten großen Projekte - in die alte WU ziehen und anschließend das Parlament während des Umbaus ihres Gebäudes am Ring dort tagt.