Der Teufel steckt allerdings im Detail: Dieses VwGH-Urteil nennt nämlich nicht die weiteren Varianten "Two Asses", "House Poker" und "Tropical Start Poker". Zu diesen drei Spielarten gibt es nämlich andere Urteile, ebenfalls vom VwGH, in denen von Geschicklichkeitsspielen die Rede ist. Die Begründung: "Gewinn und Verlust hängen nicht überwiegend vom Zufall ab, sondern von der Geschicklichkeit der Spieler (etwa Merkfähigkeit und Taktik)".



Nur wenige legale Anbieter


Für Geschicklichkeitsspiele gibt es kein staatliches Monopol. Wiener Gastwirte dürfen sie beispielsweise im Rahmen ihres Gewerbescheins veranstalten, sofern sie sich nicht dadurch an ihren Gästen bereichern, erläutert Gabriele Krizek von der zuständigen MA 36. Diverse Bridge-, Tarock- und Schnapsturniere - diese Kartenspiele hat der VwGH explizit als Geschicklichkeitsspiele beurteilt - stehen somit nicht mit dem Gesetz in Konflikt.

Beim Poker sorgen die differenten Urteile für weiteren Zündstoff. Die Casinos Austria, die derzeit als einziger legaler Poker-Anbieter gelten (im Internet ist es www.wintoday.at), pochen darauf, dass die Judikatur eindeutig festgestellt habe, dass Poker ein Glücksspiel ist, das unter das staatliche Monopol fällt.

Kritiker dieser Argumentation führen hingegen ins Treffen, dass bei den größten Turnieren stets dieselben Profis ins Finale einziehen würden. Glück alleine könne dafür nicht genügen. Dieser Ansicht ist auch Hollywood-Star Robert Duvall, der in aktuellen Film "Glück im Spiel" pokern muss: "Ich habe es durch sehr hartes Training mit etlichen Weltklassespielern gelernt."

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