Beim Eurofighter-Kauf sei alles "sauber, korrekt und transparent über die Bühne gegangen", sagte Platter. Auf die Vorhaltung seines Nachfolgers Norbert Darabos (SPÖ), er habe sich nicht rechtzeitig um Software-Lizenzen für den Eurofighter-Betrieb gekümmert, konterte Platter: "Wenn ich heute Verteidigungsminister wäre, wäre diese Sache schon längst erledigt."

Über seine Befragung im U-Ausschuss vor zehn Tagen zeigte sich Platter, auch hinsichtlich der SPÖ, verärgert. Er antworte zwar gerne, wenn Fragen gestellt werden - aber in den siebeneinhalb Stunden seiner Befragung habe sich schon "alles im Kreis gedreht" und man habe "versucht, den Minister zu zermürben". Die SPÖ sei hier "sehr stark beteiligt" gewesen. Die Art und Weise, wie der Ausschuss geführt werde, müsse diskutiert werden.

Generell ortete Platter bei generell "guter Zusammenarbeit" in der Koalition beim Koalitionspartner ein "Rollenproblem": Einige SPÖ-Abgeordnete würden nicht verstehen, dass sei nicht mehr in der Opposition sind.

In Sachen Integration unterstrich Platter den neuerdings demonstrativ scharfen Kurs der ÖVP: Integration könne "keine Einbahnstraße sein", in Österreich lebende Ausländer hätten nicht nur Rechte, sondern auch Verpflichtungen - nämlich Deutsch zu lernen, sich nach "unserer Werteordnung" zu verhalten und "unsere Kultur zu akzeptieren". "Wenn das nicht der Fall ist, werden wir diese Gastfreundschaft nicht geben können." Und Österreich müsse "harte Maßnahmen ergreifen muss, damit wir nicht attraktiv sind als Asylland", meinte Platter.

Gerüchte, er könnte in seiner Heimat Tirol bei der Landtagswahl 2008 als Spitzenkandidat antreten, wies Platter zurück. Van Staa habe angekündigt, wieder zu kandidieren - und "wir werden in Tirol keine Diskussion über den Landeshauptmann haben". Er plane nie weit voraus, sondern konzentriere sich immer auf seine aktuelle Aufgabe - und so "bin ich diese Legislaturperiode Innenminister und das werde ich bleiben".

Untersuchungsausschuss wehrt sich

Platter könne sich "in Sachen Eurofighter nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen", meinte der SPÖ-Fraktionsführer im Eurofighter-Untersuchungsausschuss Günther Kräuter. Er wies Platters Aussagen über die Software-Lizenzen zurück: Wenn Platter jetzt behaupte, es sei kein Problem, die Lizenzen zu bekommen, "fragt man sich, warum er das nicht schon vor einem dreiviertel Jahr alles erledigt hat".

Grüne und FPÖ bedienten sich in ihrer Platter-Kritik der selben Ausdrücke - "hilflos" und "schönreden". "Mit sprechpuppenhafter Verteidigungsrhetorik versucht heute der ehemalige Verteidigungs- und jetzige Innenminister Platter den Eurofighter-Knebelungsvertrag schönzureden", meinte das Grüne U-Ausschuss-Mitglied Werner Kogler in einer Aussendung.

Und in der Aussendung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war zu lesen: Platters Auftritt in der heutigen Pressestunde sei an Hilflosigkeit nicht zu überbieten gewesen. Völlig erfolglos habe er versucht, den skandalösen Eurofighter-Deal schönzureden. Für Strache ist Platter als Innenminister "völlig überfordert".

BZÖ-Chef Peter Westenthaler erinnerte in seiner Reaktion auf die "Pressestunde" daran, dass seine Partei eine Sondersitzung des Nationalrates zum Thema Sicherheit beantragt hat, die am Donnerstag stattfindet.