Neben dem ehemaligen US-Finanzminister John Snow und dem österreichische Industriellen Hannes Androsch werden auch Wolfgang Radlegger von Wüstenrot, ein Vertreter der Generali sowie ein Vertreter der Österreichischen Post den Aufsichtsrat verstärken, kündigte BAWAG-Chef Nowotny am Freitag in Wien an. BAWAG-Chef Nowotny soll das Steuer weiter in der Hand halten.

Cerberus hat die bis zuletzt ebenfalls als Favoriten gehandelte Bayerische Landesbank (BayernLB) ausgestochen und auch den US-Fonds Lone Star. Der Vertrag zum Verkauf der Gewerkschaftsbank soll nächste Woche stehen. Das Closing (Aktienübertrag) wird einige Monate dauern. Zuvor sind noch das Okay der Finanzmarktaufsicht und der Wettbewerbsbehörden erforderlich.

Verkauf wurde einstimmig abgesegnet

Die Absegnung des BAWAG-Verkaufs im 60-köpfigen ÖGB-Bundesvorstand erfolgte einstimmig. Von den 3,2 Mrd. Euro Transaktionsvolumen sollen rund 2,6 Mrd. Euro an den Gewerkschaftsbund fließen. Der Rest kommt der BAWAG zugute - als Ersatz für die Bundeshaftung, die nun wegfällt. In welcher Form ist noch unklar. Laut ÖGB-Chef Hundstorfer hat der Gewerkschaftsbund mit dem Deal den Großteil seiner wirtschaftlichen Probleme gelöst.

Bundeshaftung wird nicht schlagend

Die 900 Millionen Euro schwere Bundeshaftung für die BAWAG wird nicht schlagend. Hundstorfer bekräftigte, dass kein Euro fließen werde. Zusätzlich betonte er, dass durch die Beteiligung von Wüstenrot, Generali, Post und einer "sehr feinen Industriellengruppe" um Ex-Finanzminister Androsch eine starke österreichische Identität bei der BAWAG erhalten bleibe.

Der Industriellengruppe gehören neben Androsch auch der Vorarlberger Fruchtsaftindustrielle Franz Rauch, die Tiroler Familie Marsoner sowie Ex-Wienerberger-Chef Erhard Schaschl an. Wie viel Prozent diese Industriellengruppe erwerben wird, wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Donnerstag war informell die Rede von gemeinsam rund fünf Prozent gewesen. BAWAG-Chef Nowotny versicherte, dass die Bank als Einheit erhalten bleibe. Es werde keine Filettierung geben.

Post will BAWAG-Minderheitsbeteiligung

Die Post will sich an der BAWAG mit einem "Minderheitsanteil" beteiligen. Dies bestätigte die Post am Freitag erstmals öffentlich. "Die von der Bietergruppe Cerberus ausgesprochene Einladung an die Österreichische Post sich mit einem Minderheitsanteil an der BAWAG P.S.K. zu beteiligen, wird als Chance eines rentablen und werterhöhenden Investments (...) gesehen", hieß es in einer Pressemitteilung.

Details sind demnach noch nicht ausverhandelt. Nach bisher unbestätigten Informationen aus Post-Kreisen strebt der gelbe Riese eine Beteiligung von 5 bis 10 Prozent an der BAWAG und gleichzeitig auch ein Aufsichtsratsmandat an.